Ausgabe Oktober 2002

Der neue Antisemitismus

Während der "Möllemann-Debatte" im vergangenen Frühsommer führten wir ein "Blätter"-Gespräch mit Hanno Loewy vom Fritz Bauer Institut in Frankfurt a.M. über die Frage, ob es eine neue Qualität des Antisemitismus gibt, wie man berechtigte Kritik an der Politik Ariel Scharons und Antizionismus, gar Antisemitismus, auseinanderhält und "Pawlowsche Reaktionen" vermeidet ("Wenn Solidarität in Geiselhaft mündet. Über die Schwierigkeit, Israel zu kritisieren", "Blätter", 7/2002, S. 801-811). Es liegt auf der Hand, dass die gleichen Fragen andernorts ebenfalls diskutiert werden. In dem Londoner Monatsmagazin "Prospect" (August 2002) fiel uns ein "Sense on antisemitism" betitelter Beitrag von Antony Lerman auf, 1991 bis 1999 Geschäftsführer des Institute for Jewish Policy Research in London. Mit freundlicher Genehmigung des Verfassers und des Verlages von "Prospect" (www.prospect-magazine. co.uk) stellen wir Lermans Sicht der Dinge in einer geringfügig gekürzten Eigenübersetzung der Redaktion vor. - D. Red.

Können wir bei der Einschätzung der aktuellen Antisemitismus-Gefahr zwischen echter Bedrohung und Angst vor unseren eigenen Schatten unterscheiden? In Anbetracht der Verheerungen, die der Antisemitismus im 20.

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Aktuelle Ausgabe März 2026

In der März-Ausgabe spannt sich der Bogen von der Antike bis zur Gegenwartskrise: Markus Linden zeigt, wie die Neue Rechte Platon und Cicero für ihre antiliberale Propaganda vereinnahmt. Maike Albath beleuchtet, wie Giorgia Meloni der italienischen Rechten ein vermeintlich harmloses, mütterliches Image verleiht. Antje Schrupp bilanziert die Politik der Gleichstellung und fragt, wie weibliche Freiheit in einem postpatriarchalen Zeitalter neu gedacht werden kann. Zum Holocaust-Gedenktag fordert die Auschwitz-Überlebende Tova Friedman in einem eindringlichen Appell entschlossenes Handeln gegen den wieder aufblühenden Antisemitismus. Eva Illouz diskutiert mit Dieter Thomä, wie im Schatten des Gazakrieges die Voraussetzungen für eine friedliche Zukunft in Nahost geschaffen werden könnten. Wolfgang Zellner analysiert, wie Europa angesichts des drohenden Zerfalls der Nato seine Souveränität bewahren kann. Robert Misik plädiert für einen radikalen Linksliberalismus als Antwort auf den rechten Autoritarismus. Und während Jochen Ahlswede 15 Jahre nach Fukushima vor einer Entmachtung der Atomsicherheitsbehörden warnt, fragt Frank Adloff, wie sich eine ökologische Zukunft trotz multipler Krisen offenhalten lässt.

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