Ausgabe September 2002

Berliner Dilettanten

Was gilt schon die Plünderung einer Bank gegen kostenlose Flüge auf der Senator-Card der Lufthansa? Das fragen sich derzeit die Aktivisten der "Initiative Berliner Bankenskandal", die von der Berliner Attac-Regionalgruppe und dem Professor für Politikwissenschaft Peter Grottian gegründet wurde, und die Vorgänge um die landeseigene Berliner Bankgesellschaft zum Thema machen will. 1994 hatten sich Berliner Sparkasse, Berliner Bank, die Berlin Hyp und einige kleinere Regionalbanken auf Betreiben des Senats zur Bankgesellschaft zusammengeschlossen, um einen Finanzkonzern von internationalem Rang zu formen. Doch Größenwahn und Dilettantismus liegen in Berlin stets nahe beieinander: Am Ende des Traums vom Bankzentrum Berlin stehen durch Misswirtschaft und Selbstbedienungsmentalität verursachte Defizite in Milliardenhöhe, für die das ohnehin völlig überschuldete Land aufkommen muss - ein Skandal, dessen finanzielles Ausmaß und kriminelle Energie den Kölner Trienekens-Klüngel und das Bonusmeilen-Sommertheater bei weitem übertrifft.

Dennoch füllt die Bankgesellschaft allenfalls die Seiten der Lokalpresse. Nicht einmal im Juli, als die Initiative Berliner Bankenskandal die Namen von prominenten Zeichnern eines Skandalfonds der Bankgesellschaft publik machte, waren überregionale Medien hinter dem Ofen hervorzulocken.

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Joe Biden heißt der Sieger dieser historischen US-Präsidentschaftswahl. In der Dezember-Ausgabe beleuchten die Politikwissenschaftler Peter Beinart und Albena Azmanova, der Ökonom Marshall Auerback sowie die Journalistin Elaine Godfrey die Gründe für Trumps Niederlage sowie die gewaltigen Herausforderungen, vor denen der designierte Präsident und dessen Partei stehen. Die Ökonomin Mariana Mazzucato plädiert dafür, in der Coronakrise die Weichen für die Schaffung einer inklusiveren und nachhaltigeren Wirtschaftsweise zu stellen. »Blätter«-Redakteurin Annett Mängel legt dar, wie eine resonanzstarke Minderheit von Ärzten die Pandemie verharmlost und so den Coronaleugnern in die Hände spielt. Und die Journalistin Cinzia Sciuto sowie der Philosoph Pascale Bruckner plädieren für einen deutlich kritischeren Umgang mit dem Islamismus – gerade seitens der Linken.

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