Seit fast einer Generation begleitet die bundesdeutsche Kernkraft-Diskussion eine Debatte über geeignete Techniken und akzeptable Standorte für die Endlagerung radioaktiver Abfälle. 99% der Radioaktivität aller Abfälle ist in den wärmeentwickelnden Abfällen enthalten, die zu einem großen Teil aus langlebigen Radionukliden bestehen und insgesamt unter 10% der Abfallmenge ausmachen – rund 24000 Kubikmeter dieser Abfälle werden bis 2040 entstehen, 8400 Kubikmeter gab es in Deutschland bereits Ende 2000.1 Die Auseinandersetzungen um Gorleben als potentiellen Standort halten auch deshalb seit 25 Jahren an, weil die Kriterien für die Auswahl dieses Standortes den Betroffenen vor Ort nicht einsichtig gemacht werden konnten. Vor allem entstand in der Region nie das Gefühl, dass neben Gorleben weitere mögliche Standorte untersucht wurden. Nur dies wäre aber ein Verfahren, mit dem das politische Klima in der Region um Gorleben wirklich verbessert werden könnte.
In der Ukraine gibt es aktuell zwei Zeitrechnungen: eine Zeit »vor dem Krieg« und eine danach. Das gilt auch für Tschernobyl, wo es am 25. April 1986 im Atomkraftwerk »W.I. Lenin« zum »Größten Anzunehmenden Unfall« kam.