Ausgabe Januar 2003

Israel und Palästina: Trennung oder Versöhnung

Seit dem Ausbruch der Al-Aksa-Intifada am 28. September 2002 hat sich die Lage im Nahen Osten dramatisch verschlechtert. Die Konfliktparteien beschuldigen sich gegenseitig, nicht fähig zu sein, das Blutvergießen zu beenden und zu Friedensverhandlungen zurückzukehren. Beide Seiten sind Geiseln eines Teufelskreises von Gewalt und Gegengewalt geworden. Einige meinen deshalb, es sei nicht mehr möglich, den Friedensprozess wiederzubeleben.

Nachdem die zweite Intifada ausgebrochen war, begann Israels Regierung damit, gezielt palästinensische Aktivisten zu ermorden. Dafür setzt sie F-16 Kampfflugzeuge, Kampfhubschrauber, Panzer und all ihre militärische Macht ein. Fast jedes Mal, wenn ein Aktivist getötet wurde, schworen seine Kameraden Rache – und die Gewaltspirale drehte sich weiter. Israel verschärfte seine Unterdrückungsmaßnahmen gegen die Palästinenser durch Abriegelungen, Ausgangssperren und die Einrichtung von Checkpoints, an denen Personenkontrollen vorgenommen werden. Es isolierte palästinensische Wohngebiete voneinander und besetzte aufs Neue Teile des Gebiets „A“, das vorher unter voller palästinensischer Kontrolle gewesen war. Mittlerweile sind das gesamte Westjordanland und Abschnitte des Gazastreifens wieder besetzt.

Nach zwei Jahren Gewalt scheint die Lage komplizierter denn je.

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Aktuelle Ausgabe Februar 2026

In der Februar-Ausgabe analysiert Ferdinand Muggenthaler die Folgen des US-Militärschlags in Venezuela für Lateinamerika – und erläutert, an welche Grenzen Trumps imperiale Ambitionen auf dem Subkontinent stoßen könnten. Nach vier Jahren russischer Vollinvasion und einem Jahr Trump ist die Ukraine zu einem zentralen Schauplatz im Ringen um eine imperiale globale Ordnung avanciert, argumentiert Steffen Vogel. Ulrich Menzel beschreibt die Konturen des heranbrechenden neuen imperialistischen Zeitalters, in dem das »Trio infernale« – USA, Russland und China – miteinander um die globale Vorherrschaft ringt. Seyla Benhabib beleuchtet unter Rückgriff auf das Denken Hannah Arendts die dramatischen Herausforderungen der Demokratie im planetarischen Zeitalter. Sonja Peteranderl zeigt auf, wie sich deutsche Behörden aus ihrer Abhängigkeit von Trump-hörigen Tech-Konzernen lösen können. Dass der öffentlich-rechtliche Rundfunk hierzulande nicht nur innenpolitisch unter Druck steht, sondern auch ausländische Regierungen politisch Einfluss auszuüben versuchen, zeigt Wolfgang Kraushaar am Beispiel der Kontroverse um die ARD-Israel-Korrespondentin Sophie von der Tann. Und Georg Diez plädiert angesichts der wachsenden Stimmenanteile der AfD für die Abkehr von Parteidisziplin und den Umbau der Demokratie hin zu einer zielorientierten Zwei-Drittel-Republik.

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