Ausgabe Juni 2003

Vorwärts in die Vergangenheit

George W. Bushs Angriff auf den amerikanischen Liberalismus

In den Vereinigten Staaten findet derzeit nicht nur die grundlegende Umgestaltung der außenpolitischen Leitlinien statt. Gleichzeitig drohen die sozialstaatlichen Fundamente des Landes, die sich im vergangenen Jahrhundert entwickelten, Gegenstand einer radikal-revisionistischen Politik zu werden. William Greider, langjähriger Korrespondent der Zeitschrift "The Nation", früherer Herausgeber der "Washington Post" wie des "Rolling Stone" und Autor mehrerer politischer Bestseller, analysiert nachfolgend die innenpolitische Strategie der amerikanischen Rechten. Wir danken "The Nation" für die freundliche Genehmigung, eine leicht gekürzte deutsche Fassung des Beitrags aus ihrer ersten Mai-Ausgabe zu veröffentlichen. – D. Red.

George W. Bush repräsentiert, richtig verstanden, die dritte und mächtigste Welle des beharrlichen Angriffs der amerikanischen Rechten auf die durch den Liberalismus des 20. Jahrhunderts geschaffene Ordnung. Die erste Welle kam mit Ronald Reagan, durch dessen Wahlsieg 1980 die konservative Bewegung (deren Flamme zum ersten mal Barry Goldwater im Jahre 1964 entzündet hatte) endlich die Regierungsgewalt erlangte. Reagan machte sich stark für eine ideologisch kühne, rechtsgerichtete Reform, und er setzte die politische Durchführbarkeit degressiver Steuerkürzungen durch.

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Aktuelle Ausgabe Februar 2026

In der Februar-Ausgabe analysiert Ferdinand Muggenthaler die Folgen des US-Militärschlags in Venezuela für Lateinamerika – und erläutert, an welche Grenzen Trumps imperiale Ambitionen auf dem Subkontinent stoßen könnten. Nach vier Jahren russischer Vollinvasion und einem Jahr Trump ist die Ukraine zu einem zentralen Schauplatz im Ringen um eine imperiale globale Ordnung avanciert, argumentiert Steffen Vogel. Ulrich Menzel beschreibt die Konturen des heranbrechenden neuen imperialistischen Zeitalters, in dem das »Trio infernale« – USA, Russland und China – miteinander um die globale Vorherrschaft ringt. Seyla Benhabib beleuchtet unter Rückgriff auf das Denken Hannah Arendts die dramatischen Herausforderungen der Demokratie im planetarischen Zeitalter. Sonja Peteranderl zeigt auf, wie sich deutsche Behörden aus ihrer Abhängigkeit von Trump-hörigen Tech-Konzernen lösen können. Dass der öffentlich-rechtliche Rundfunk hierzulande nicht nur innenpolitisch unter Druck steht, sondern auch ausländische Regierungen politisch Einfluss auszuüben versuchen, zeigt Wolfgang Kraushaar am Beispiel der Kontroverse um die ARD-Israel-Korrespondentin Sophie von der Tann. Und Georg Diez plädiert angesichts der wachsenden Stimmenanteile der AfD für die Abkehr von Parteidisziplin und den Umbau der Demokratie hin zu einer zielorientierten Zwei-Drittel-Republik.

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