Ausgabe Mai 2003

Erklärung von Generalsekretär Kofi Annan vor dem UN-Sicherheitsrat am 19. März 2003 (Wortlaut)

Es bedarf keiner besonderen Erwähnung, dass ich das Bedauern vieler Mitglieder des Sicherheitsrates über die Tatsache, dass keine gemeinsame Position erreicht werden konnte, teile. Wie sehr unsere Auffassungen zu diesem komplexen Thema auch auseinander gehen mögen, müssen wir doch alle spüren, dass dies ein trauriger Tag für die Vereinten Nationen und die internationale Gemeinschaft ist. Ich weiß, dass Millionen Menschen auf der ganzen Welt ebenfalls enttäuscht und durch das wahrscheinlich unmittelbare Bevorstehen eines Krieges zutiefst beunruhigt sind.

Lassen Sie mich an dieser Stelle die Mitarbeiter der Vereinten Nationen – sowohl die internationalen als auch die irakischen – die bis zum letztmöglichen Moment so hart im Irak gearbeitet haben, würdigen. Dies schließt auch die Inspektoren ein, deren Arbeit nun leider eingestellt wurde. Insbesondere möchte ich Dr. [Hans] Blix, Dr. [Mohamed] ElBaradei und [Ramiro] Lopes da Silva, den Koordinator für humanitäre Hilfe, der die Arbeit der Mitarbeiter im Irak leitete, würdigen.

Herr Präsident, meine unmittelbarste Sorge ist nun die Not des irakischen Volkes, und es hat mich gefreut zu hören, dass diese Besorgnis von allen Sprechern in dieser Debatte geteilt wird.

Sie haben etwa 24% des Textes gelesen. Um die verbleibenden 76% zu lesen, haben Sie die folgenden Möglichkeiten:

Artikel kaufen (1€)
Digitalausgabe kaufen (10€)
Anmelden

Aktuelle Ausgabe März 2026

In der März-Ausgabe spannt sich der Bogen von der Antike bis zur Gegenwartskrise: Markus Linden zeigt, wie die Neue Rechte Platon und Cicero für ihre antiliberale Propaganda vereinnahmt. Maike Albath beleuchtet, wie Giorgia Meloni der italienischen Rechten ein vermeintlich harmloses, mütterliches Image verleiht. Antje Schrupp bilanziert die Politik der Gleichstellung und fragt, wie weibliche Freiheit in einem postpatriarchalen Zeitalter neu gedacht werden kann. Zum Holocaust-Gedenktag fordert die Auschwitz-Überlebende Tova Friedman in einem eindringlichen Appell entschlossenes Handeln gegen den wieder aufblühenden Antisemitismus. Eva Illouz diskutiert mit Dieter Thomä, wie im Schatten des Gazakrieges die Voraussetzungen für eine friedliche Zukunft in Nahost geschaffen werden könnten. Wolfgang Zellner analysiert, wie Europa angesichts des drohenden Zerfalls der Nato seine Souveränität bewahren kann. Robert Misik plädiert für einen radikalen Linksliberalismus als Antwort auf den rechten Autoritarismus. Und während Jochen Ahlswede 15 Jahre nach Fukushima vor einer Entmachtung der Atomsicherheitsbehörden warnt, fragt Frank Adloff, wie sich eine ökologische Zukunft trotz multipler Krisen offenhalten lässt.

Zur Ausgabe Probeabo

Weitere Artikel zum Thema