Ausgabe Dezember 2004

Atlantische Wertegemeinschaft mbH

Danke, weitermachen! - Bush-Amerika und Alteuropa können also fortfahren, einander in herzlicher Hassliebe zu umschlingen, zusammengewachsen und zusammengehörig wie sie nun mal sind. Beide täten in der entstandenen Situation gut daran, sich einer Bibelweisheit zu erinnern: Wie man sich über den Splitter im Auge des anderen aufregen und dabei den Balken im eigenen vergessen kann (Matthäus 7, 1-5). Befassen wir uns also, ganz antizyklisch, aus Anlass der Wahnsinnstat des amerikanischen Souveräns, George W. Bush wiederzuwählen, mit einigen hiesigen Verrücktheiten oder, sagen wir: Merkwürdigkeiten, zwecks Vermeidung voreiliger Schlussfolgerungen aus der Beobachtung, dass unsere transatlantischen Partner nicht so sind, wie sie sein sollten.

Gewiss, dass die Amerikaner Bush, nach allem, was er in den vergangenen vier Jahren angerichtet hat, mehrheitlich dazu legitimierten, vier Jahre so weiter zu machen, musste in Europa, wie im "Rest der Welt", schockieren. Freunde Amerikas noch mehr als die Vielen, die es ja immer immer schon gewusst haben. Der Konsens, der in den Spalten der deutschen Presse zeitweilig geradezu volksgemeinschaftliche Dimensionen annahm, lautete schlicht: Es hätte nicht passieren dürfen.

Sie haben etwa 8% des Textes gelesen. Um die verbleibenden 92% zu lesen, haben Sie die folgenden Möglichkeiten:

Artikel kaufen (1€)
Digitalausgabe kaufen (10€)
Anmelden

Weitere Artikel zum Thema

Die neue Merz-Doktrin?

von Jürgen Trittin

Jahrzehntelang durfte in keiner Grundsatzrede eines deutschen Politikers in Regierungsverantwortung der Satz fehlen: „Wir setzen auf die Stärke des Rechts statt auf das Recht des Stärkeren.“ Doch das war einmal. Bundeskanzler Merz‘ lautstarkes Räsonieren über den Krieg Israels gegen den Iran markiert den Bruch mit dieser Tradition.

Eigennutz statt Solidarität

von Klaus Seitz

Etwa eine Milliarde Euro weniger als im vergangenen Jahr steht dem Bundesentwicklungsministerium 2025 zur Verfügung. Doch nicht nur der Spardruck macht der Entwicklungszusammenarbeit zu schaffen, auch die strategische Neuausrichtung gefährdet ihre Zukunftsfähigkeit.

Besser als ihr Ruf: Die europäische Afrikapolitik

von Roger Peltzer

Schon unter Angela Merkel hat der afrikanische Kontinent in der deutschen Bundesregierung große politische Aufmerksamkeit erfahren. Die Ampelregierung setzt diesen Kurs fort: Seit seinem Amtsantritt reiste Bundeskanzler Olaf Scholz jedes Jahr nach Afrika.