Ausgabe Januar 2004

Wiederaufbaukosten im Irak

Während die Situation im Irak nach wie vor von Unsicherheit und militärischen Auseinandersetzungen geprägt ist, wird im Vorfeld der US-Präsidentschaftswahlen die Debatte über die Irak-Intervention vermehrt mit finanziellen Argumenten geführt: Wieviel kostet der Krieg im Irak? Dabei werden gerne verschiedene Faktoren miteinander vermischt. In der Regel geht es – wenn von den Kriegskosten die Rede ist – um die Zusammenfassung von Kriegsführungs- und Wiederaufbaukosten. Präsident George W. Bush selbst brachte dafür die Summe von 87 Mrd. USDollar ins Gespräch, was ihm seitens der Opposition sofort den Vorwurf der Beschönigung einbrachte.

Es ist zweifelhaft, ob das US-Militär jemals eine auch nur annähernd realistische Kostenschätzung der Kampfhandlungen vorlegen konnte. Letzten Endes sind alle diesbezüglichen Angaben reine Spekulation. Man kann davon ausgehen, dass niemand in den USA Interesse daran hat, der Öffentlichkeit ein genaues Bild zu vermitteln. Den meisten vorliegenden Schätzungen ist immerhin gemein, dass die finanziellen Kosten der unmittelbaren Kriegshandlungen (wobei immer nur diejenigen der USA und ihrer Verbündeten gemeint sind) höher angesetzt werden als die Aufbaukosten. Bezogen auf Bushs 87-Milliarden-Paket ist die Relation etwa 67 zu 20 Mrd.

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Aktuelle Ausgabe April 2026

In der April-Ausgabe erinnert Hauke Brunkhorst an den großen Sozialphilosophen und langjährigen »Blätter«-Mitherausgeber Jürgen Habermas, der am 14. März 2026 gestorben ist. Im Mittelpunkt seines Lebenswerks stand die Verteidigung der Demokratie. Diese, und mit ihr die Idee eines freien Westens, wird derzeit besonders von einer Figur herausgefordert: Donald Trump. Den unkalkulierbaren Folgen des Irankriegs für die Region wie für die internationale Ordnung widmen sich Dalia Dassa Kaye sowie Nicole Deitelhoff. Robert Kagan wiederum skizziert die absehbaren kriegerischen Folgen einer durch Trump zerstörten amerikanischen Ordnung – und deren hohe Kosten für die USA selbst. Was uns Thukydides heute über den drohenden Zusammenbruch der liberalen Welt lehren kann, fragen Carlotta Voss und Daniel-Pascal Zorn. Und Nick Reimer sowie Olga Bubich erinnern an die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl vor vierzig Jahren und ihre Gegenwart im Schatten des Ukrainekrieges.

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