Ausgabe März 2004

Verteidigung rund um die Welt

Der erste Eindruck täuscht: Beim gegenwärtigen Umbau der Bundeswehr geht es keineswegs nur um Sparpolitik. Aus einer Verteidigungsarmee soll eine schlagkräftige Truppe für Einsätze rund um die Welt geschmiedet werden. Dem entspricht das neue Konzept, das Verteidigungsminister Peter Struck gemeinsam mit dem Generalinspekteur der Bundeswehr, Wolfgang Schneiderhan, Mitte Januar vorstellte:1 Um einen Kern von "Eingreifkräften (ca. 35000 Soldaten) für multinationale Operationen hoher Intensität" sollen sich "Stabilisierungskräfte" in der Größenordnung von etwa 70000 Soldaten gruppieren. Weitere 137500 Soldaten sollen die Funktion von "Unterstützungskräften" wahrnehmen.

Bei den Betreffenden wird die für den Kasernenalltag typische Langeweile kaum aufkommen, denn Aufträge gibt es mehr als genug: Mitte November stimmte der Bundestag für ein weiteres Jahr der Verwendung von bis zu 3100 Soldaten im "Anti-Terror-Einsatz" irgendwo zwischen Afghanistan und dem Horn von Afrika zu. Und an der geplanten schnellen Eingreiftruppe der NATO soll sich Deutschland nach dem Willen der Bundesregierung mit mehr als 5000 Soldaten beteiligen. Die NATO Response Force soll insgesamt etwa 21000 Mann stark sein und binnen weniger Tage in jedes Krisengebiet der Welt entsandt werden können.

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Aktuelle Ausgabe April 2026

In der April-Ausgabe erinnert Hauke Brunkhorst an den großen Sozialphilosophen und langjährigen »Blätter«-Mitherausgeber Jürgen Habermas, der am 14. März 2026 gestorben ist. Im Mittelpunkt seines Lebenswerks stand die Verteidigung der Demokratie. Diese, und mit ihr die Idee eines freien Westens, wird derzeit besonders von einer Figur herausgefordert: Donald Trump. Den unkalkulierbaren Folgen des Irankriegs für die Region wie für die internationale Ordnung widmen sich Dalia Dassa Kaye sowie Nicole Deitelhoff. Robert Kagan wiederum skizziert die absehbaren kriegerischen Folgen einer durch Trump zerstörten amerikanischen Ordnung – und deren hohe Kosten für die USA selbst. Was uns Thukydides heute über den drohenden Zusammenbruch der liberalen Welt lehren kann, fragen Carlotta Voss und Daniel-Pascal Zorn. Und Nick Reimer sowie Olga Bubich erinnern an die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl vor vierzig Jahren und ihre Gegenwart im Schatten des Ukrainekrieges.

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