Ausgabe November 2004

Krisenriese KarstadtQuelle

Der Handelsriese KarstadtQuelle - mit über 14 Mrd. Euro Umsatz, einer Wertschöpfung von gut 3 Mrd. Euro und über 96000 Beschäftigten an zwanzigster Stelle unter den größten Unternehmen des Landes - steckt in einer tiefen Krise. Von den über ganz Deutschland verteilten 181 Kaufhäusern sind 88 von Schließung oder Verkauf bedroht.

Die Krise bei Europas größtem Warenhaus- und Versandhandelskonzern schwelte schon lange; im ersten Halbjahr 2004 ist sie dann mit Verlusten von knapp 300 Mio. Euro offen ausgebrochen. Erinnerungen werden wach an die Philipp Holzmann AG. Hier kümmerte sich Bundeskanzler Gerhard Schröder noch höchstpersönlich - medienwirksam, aber letztlich doch erfolglos. Auch die Pleiten von Leo Kirch und Babcock Borsig, um nur die jüngsten ähnlich spektakulären Fälle zu nennen, sind nicht vergessen.

Wie immer, wenn es Großunternehmen und Konzerne erwischt, geht auch diesmal wieder ein Aufschrei durchs Land. Dieser dürfte bei Opel in Rüsselsheim mindestens ebenso laut erklingen, sollten die Drohungen der USamerikanischen Mutter General Motors umgesetzt und der Standort in Rüsselsheim verkleinert oder gar ganz aufgegeben werden.

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In der Februar-Ausgabe analysiert Ferdinand Muggenthaler die Folgen des US-Militärschlags in Venezuela für Lateinamerika – und erläutert, an welche Grenzen Trumps imperiale Ambitionen auf dem Subkontinent stoßen könnten. Nach vier Jahren russischer Vollinvasion und einem Jahr Trump ist die Ukraine zu einem zentralen Schauplatz im Ringen um eine imperiale globale Ordnung avanciert, argumentiert Steffen Vogel. Ulrich Menzel beschreibt die Konturen des heranbrechenden neuen imperialistischen Zeitalters, in dem das »Trio infernale« – USA, Russland und China – miteinander um die globale Vorherrschaft ringt. Seyla Benhabib beleuchtet unter Rückgriff auf das Denken Hannah Arendts die dramatischen Herausforderungen der Demokratie im planetarischen Zeitalter. Sonja Peteranderl zeigt auf, wie sich deutsche Behörden aus ihrer Abhängigkeit von Trump-hörigen Tech-Konzernen lösen können. Dass der öffentlich-rechtliche Rundfunk hierzulande nicht nur innenpolitisch unter Druck steht, sondern auch ausländische Regierungen politisch Einfluss auszuüben versuchen, zeigt Wolfgang Kraushaar am Beispiel der Kontroverse um die ARD-Israel-Korrespondentin Sophie von der Tann. Und Georg Diez plädiert angesichts der wachsenden Stimmenanteile der AfD für die Abkehr von Parteidisziplin und den Umbau der Demokratie hin zu einer zielorientierten Zwei-Drittel-Republik.

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