Ausgabe Oktober 2004

Korruption aus ökonomischer Sicht

Korruption - landläufig als Missbrauch öffentlicher Mittel für private Zwecke definiert - hat es zu allen Zeiten in allen politischen Systemen gegeben. Gesellschaftlicher Schaden entsteht bei Korruption nicht durch die Höhe der bezahlten Bestechungsgelder; diese stellen nur eine Umverteilung von Ressourcen dar. Schaden entsteht dadurch, dass wichtige Entscheidungen verzerrt werden: Öffentliche Investitionen werden nicht im Interesse der Gesellschaft gelenkt, korrupte Beamte verlangsamen unter Umständen ihr Arbeitstempo, damit die Bezahlung von Beschleunigungsgeldern umso notwendiger wird etc. Den Schaden tragen die Steuerzahler - aber sie merken es nicht.

Wissenschaftlich untersucht wurde das Phänomen Korruption in den vergangenen Jahrzehnten vor allen von Vertretern der juristischen Fakultäten, weniger von Ökonomen. Seit etwa einem Jahrzehnt haben sich nun die Ökonomen verstärkt mit Korruption, ihren Ursachen und Folgen beschäftigt. Ein Beleg dafür ist, dass neben Ranglisten olympischer Medaillen auch solche der Korruptionsintensität in einzelnen Ländern in der Öffentlichkeit erscheinen.

Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) hat vor wenigen Wochen einen Sammelband herausgegeben, in dem zwölf Autoren ihre Forschungen zu diesem Gegenstand vorstellen.

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Aktuelle Ausgabe Mai 2020

In der Mai-Ausgabe analysiert der Historiker Adam Tooze das radikal Neue der Coronakrise, deren ökonomische Folgen uns noch auf Jahrzehnte beschäftigen werden. Die Politikwissenschaftler Kurt M. Campbell und Rush Doshi zeigen, wie sich China im Kampf gegen die Pandemie als neue globale Führungsmacht positioniert – vor allem gegen die USA. Der Historiker Yuval Noah Harari mahnt, dass wir Herausforderungen wie Covid-19 nur in globaler Kooperation bewältigen können. „Blätter“-Redakteur Albrecht von Lucke erörtert, wie sich die Demokratie gegen den Ausnahmezustand bewähren kann – und muss. Und Simone Schlindwein, Ellen Ehmke, Jessé Souza sowie Franziska Fluhr widmen sich den Folgen der Coronakrise für den globalen Süden.

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