Ausgabe September 2004

Zwischen Konfrontation und Kooperation

Die russische Zentralasienpolitik

Das nachsowjetische Zentralasien der "Vor-September-Welt" lag lange Zeit außerhalb des internationalen Blickfelds. Seine fragile Staatlichkeit, islamistische Oppositionsbildung, grenzüberschreitender Drogenhandel und Terrorismus sowie die ökonomischen Missstände in der Region waren der Weltöffentlichkeit weitgehend unbekannt. Nennenswerte Aufmerksamkeit erregten alleine die umfangreichen kaspischen Energieressourcen, um deren Ausbeutung internationale Energiekonsortien konkurrieren.1

Dies änderte sich durch die US-amerikanischen Vorbereitungen im Zusammenhang mit der im benachbarten Afghanistan geplanten Operation "Enduring Freedom" und der Ankunft von rund 5000 Soldaten der westlich dominierten Anti-Terror-Koalition in der seit mehr als 150 Jahren von Moskau dominierten Region. Schlagartig offenbarte sich die geopolitische Relevanz Zentralasiens. Der bisherige energiepolitische Fokus wurde zugunsten strategischer Erwägungen relativiert. Die auf internationale Hilfe angewiesenen Staaten Kasachstan, Usbekistan, Turkmenistan, Kirgisistan und Tadschikistan, allesamt präsidiale Autokratien, stehen seitdem an einem Scheideweg ihrer noch jungen Geschichte.

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