Ausgabe September 2004

Kommentare

Alles außer Bush

Bush-Bashing steht hoch im Kurs. Beflügelt von Michael Moores Fahrenheit 9/11 hoffen viele Menschen, dass eine Abwahl des derzeitigen US-Präsidenten die Lage in den USA und in der Welt grundlegend verändern würde. Umgekehrt bedeutet dies, dass große Hoffnungen in den Kandidaten John Kerry gesetzt werden.

Guantánamo ante portas

Es gehört zur Tragik des politischen Geschäfts, dass eine gut gemeinte, aber verunglückte Aktion zumeist umgehend bestraft wird und dadurch ein hässliches Nachspiel findet.

Auslaufmodell Juniorprofessur

Rund 600 Juniorprofessorinnen und Juniorprofessoren arbeiten inzwischen an Deutschlands Universitäten. Das jüngste Hochschulurteil des Bundesverfassungsgerichts, 1 in dem deren Professuren für verfassungswidrig erklärt werden, lässt sie ganz schön alt aussehen. Zunächst gilt es festzuhalten, was der Zweite Senat des Bundesverfassungsgerichts am 27.

Zölibatärer Tunnelblick

Ende Juli dieses Jahres sorgte eine Verlautbarung aus dem Vatikan für weltweite Aufregung. Unerwartet und ohne die sonst üblichen inoffiziellen Vorankündigungen veröffentlicht, wurden die Aussagen der Kongregation für die Glaubenslehre in der Presse und unter Frauen heftig diskutiert.

Ende des Stabilitätspaktes?

Der wirtschaftliche Aufschwung in Deutschland greift nur langsam. Für das Jahr 2004 wurde von den Wirtschaftsweisen zunächst ein Wachstum von 1,7 Prozent prognostiziert. Nach einer Abschwächung der Wirtschaftsprognosen im Frühjahrsgutachten haben jetzt vier von sechs Wirtschaftsinstituten ihre Wachstumserwartungen wieder nach oben korrigiert.

Stehaufmännchen Tony Blair

Anders als Deutschland kommt Großbritannien über die Kontroversen wegen des Irakkrieges nicht zur Ruhe. Das ist auch kein Wunder, denn der britische Premierminister Tony Blair hatte diesen Krieg mit (fast) allen Mitteln forciert und befördert.

Lateinamerika wandert aus

Während Portugals Expansion in Asien scheiterte und die englisch-holländisch- französischen Kolonialinitiativen in der Regel bis zum frühen 19. Jahrhundert über Handelsniederlassungen kaum hinauskamen, war Spaniens Conquista in Amerika ein durchschlagender Erfolg.

Kolumne

Amerika oder Empire

Seit die Vereinigten Staaten vor etwa einem Jahrzehnt zur einzigen Supermacht avancierten, kreist das Denken amerikanischer Politiker um Kategorien wie Hegemonie und Empire. Wenig Beachtung findet dabei, dass es gerade der Imperialismus war, dem die Gründung der amerikanischen Nation - historisch gesehen - entgegenwirken sollte.

Analysen und Alternativen

Glasperlenspiel oder Ökonomie

Den meisten deutschen Zeitungen war eine scheinbar marginale Personalie eine große Schlagzeile wert: Gustav Horn, der Konjunkturchef des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), wird vom amtierenden Präsidenten des DIW, Klaus Zimmermann, gefeuert.

Grundeinkommen statt Hartz IV

Am 9. Juli 2004 verabschiedete der Bundesrat mit dem Kommunalen Optionsgesetz den Kern der Arbeitsmarktreform Hartz IV. Arbeitslosenhilfe und Sozialhilfe wurden zum neuen Arbeitslosengeld II (ALG II) zusammengelegt, das Langzeiterwerbslose teils deutlich schlechter stellt.

60 Jahre Weltbank:

Mit dem Amtsantritt von Präsident James Wolfensohn 1995 schrieb sich die Weltbank die Armutsbekämpfung wieder offensiv auf ihre Fahnen. Doch was ist bald zehn Jahre später aus diesem Vorhaben geworden?

Neue Kriegerinnen

Zwei junge weiße Frauen lächeln freundlich in die Kamera. Sie sehen nett aus, frisch, engagiert, aktiv. Beide sind US-Soldatinnen, beide waren in Irak eingesetzt und beide haben - allerdings aus sehr unterschiedlichen Gründen - erhebliche Medienaufmerksamkeit auf sich gezogen.

Zwischen Konfrontation und Kooperation

Das nachsowjetische Zentralasien der "Vor-September-Welt" lag lange Zeit außerhalb des internationalen Blickfelds. Seine fragile Staatlichkeit, islamistische Oppositionsbildung, grenzüberschreitender Drogenhandel und Terrorismus sowie die ökonomischen Missstände in der Region waren der Weltöffentlichkeit weitgehend unbekannt.

Der Nationalsozialismus in transnationaler Perspektive

2004 hat sich in Deutschland und in Europa eine Tendenz fortgesetzt, die bereits seit einiger Zeit zu beobachten war: der Trend zur Europäisierung des öffentlichen Gedenkens an die erste Hälfte des 20. Jahrhunderts und damit an eine Vergangenheit, für die radikale Ideologien, zwei Weltkriege, Massenmord und Vertreibung die Leitmotive bilden.

Wirtschaftsinformation

Dokumente zum Zeitgeschehen

Wir können in Deutschland vieles möglich machen

Am 23. Mai wählte die Bundesversammlung den gemeinsamen Kandidaten von CDU/CSU und FDP, den bisherigen Direktor des Internationalen Währungsfonds Horst Köhler, mit 604 Stimmen im ersten Wahlgang zum Nachfolger von Bundespräsident Johannes Rau; die von den Regierungsparteien nominierte Präsidentin der Europa-Universität Frankfurt/Oder, Gesine Schwan, erhielt 589 Stimmen. Am 1.

Rechtschreibreformdebatte

Spiegel-Verlag und Axel Springer AG kehren zur klassischen Rechtschreibung zurück. Pressemitteilung vom 6. August 2004 (Wortlaut) Acht Jahre nach Verabschiedung der Rechtschreibreform, sechs Jahre nach ihrem Inkrafttreten und drei Jahre nach Rückkehr der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" zur alten Rechtschreibung kündigten Anfang August d.J.