Ausgabe Juli 2006

Black Box Teheran

Iranische Interessen und Fraktionen im Atomkonflikt

Es gibt wieder Bewegung in der iranischen Atomfrage. Nach jahrelangem Zögern haben sich die Vereinigten Staaten entschlossen, ein Tabu ihrer Außenpolitik zu brechen und Gespräche mit dem Iran aufzunehmen. Nach anfänglichen Schwierigkeiten zeigen sich die ständigen Mitglieder des UNSicherheitsrats zudem, zumindest nach außen, darüber einig, gegebenenfalls Druck auf Iran auszuüben. Bei seinem Besuch in Teheran Anfang Juni überreichte der EU-Außenbeauftragte Javier Solana ein neues, mit den USA, China, Russland und den so genannten EU-3, Großbritannien, Frankreich und Deutschland, abgestimmtes Angebot, das, Solana zufolge, Iran gar nicht ablehnen könne. Iran werden nun weitaus größere technologische und wirtschaftliche Anreize geboten als noch im August 2005; gleichzeitig aber wird ausbuchstabiert, auf welche Konsequenzen Iran sich gefasst machen muss, sollte die Führung in Teheran das Angebot ablehnen. Die internationale Gemeinschaft scheint also entschlossen, die Anreize für Kooperation und die Kosten der Nicht-Kooperation zu erhöhen.

Bereits vor Irans unsanfter Landung im UN-Sicherheitsrat kreiste die Debatte über mögliche Lösungen des „Atomstreits“, von militärischen Optionen einmal abgesehen, um zahlreiche Varianten von Zuckerbrot und Peitsche.

Sie haben etwa 5% des Textes gelesen. Um die verbleibenden 95% zu lesen, haben Sie die folgenden Möglichkeiten:

Artikel kaufen (1€)
Digitalausgabe kaufen (10€)
Anmelden

Aktuelle Ausgabe April 2020

In der April-Ausgabe analysiert der Politikwissenschaftler Ulrich Menzel, wie die Corona-Krise die große Erzählung vom Segen der Globalisierung endgültig entzaubert. Der Ökonom Thomas Piketty widmet sich der Ideologie der Ungleichheit und zeigt: Das Aufstiegsversprechen westlicher Gesellschaften ist nicht länger tragfähig. Der Historiker Yoni Appelbaum erkennt im demographischen Wandel in den USA einen zentralen Treiber für den wachsenden Hass in der amerikanischen Gesellschaft. Der Migrationsforscher Mark Terkessidis geht den kolonialen Wurzeln des Rassismus auf den Grund. Und die Juristin und »Blätter«-Mitherausgeberin Rosemarie Will würdigt die Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts zur Suizidassistenz.

Zur Ausgabe Probeabo

Weitere Artikel zum Thema