Ausgabe Mai 2006

Grüne Gentechnik auf dem Vormarsch

Seit dem Regierungswechsel in der Bundesrepublik dürfen die internationalen Agro-Konzerne wieder hoffen. Von Innovationshysterie und Fortschrittsbesessenheit getrieben, erweisen sich vor allem Politiker der Union, zu deren größten finanziellen Gönnern mit dem Verband der Chemischen Industrie auch Profiteure der Gentechnik gehören, als treue Steigbügelhalter. Dass seit Jahren konstant mehr als zwei Drittel der Bevölkerung diese Risikotechnologie ablehnen, stört dabei genauso wenig wie die sich immer mehr bestätigenden Indizien negativer gesundheitlicher und ökologischer Nebenwirkungen gentechnisch veränderter Pflanzen.1 Auch die Untergrabung der Nahrungsmittelsouveränität und die regelrechte Versklavung von Kleinbauern in Afrika, Asien und Südamerika – durch Patentrecht, Terminatortechnologie und Wiederaussaatverbot – bewegt jene christlichen Politiker wenig. Stattdessen wird weiter das Lied vom Segen der Gentechnik für die Bekämpfung des Welthungers gesungen. Der Umstand, dass sich unter den Staaten, die vor der Welthandelsorganisation (WTO) gegen die angeblich zu restriktive Gentechnikregulierung der Europäischen Union klagen, trotz intensiver Bemühungen der USA nur satte Industrieländer befinden, widerlegt allerdings diese Behauptung.

Dennoch zeigt der handelspolitische Druck inzwischen Wirkung.

Cover Mai 2006

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Aktuelle Ausgabe Januar 2020

In der Januar-Ausgabe warnt der Journalist Alexander Hurst vor einem drohenden Bürgerkrieg in den USA, sollte Donald Trump eine Abwahl in einem Jahr nicht akzeptieren. Die indische Schriftstellerin Arundhati Roy zeigt, wie die Hindu-Nationalisten die innere Vielfalt Indiens bekämpfen und selbst vor kriegerischen Mitteln nicht halt machen. »Blätter«-Redakteurin Julia Schweers beleuchtet den Generationenkonflikt, der in Afrika zu einer dritten kontinentalen Protestwelle führen könnte. Der Soziologe Mathias Greffrath fordert die Abkehr vom Mantra des ständigen Wachstums, um dem »Zeitalter der Verwüstung« ein Ende zu setzen. Und »Blätter«-Mitherausgeber Micha Brumlik analysiert die antisemitische Kontinuität von der DDR bis ins heutige Ostdeutschland.

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