Ausgabe April 2007

Der gläserne Patient und seine Karte

Forderungen nach mehr Wirtschaftlichkeit und Effizienz im Gesundheitswesen regieren nicht nur die derzeitige Gesundheitspolitik; sie führten bereits 2003 zur Verabschiedung des sogenannten Gesundheitsmodernisierungsgesetzes. Dieses Gesetz sieht die – einst bereits für 2006 geplante – Einführung einer „elektronischen Gesundheitskarte“ (eGK) vor, an die sich große Erwartungen knüpfen: finanzielle Einsparungen in Milliardenhöhe, die Verringerung des Missbrauchs (beispielsweise durch ein Foto des Karteninhabers) und nicht zuletzt eine Reduktion von Todesfällen aufgrund von Medikamentenunverträglichkeiten.

So verspricht das sogenannte Akzeptanzmanagement zur eGK,1 die „kleine schlaue Karte“ ebne den Weg „für mehr Qualität, mehr Sicherheit und mehr Effizienz im Gesundheitswesen“. Und die Barmer Ersatzkasse lässt ihre Mitglieder wissen: „Modernste Kommunikationstechnik und somit ein besserer Datenund Informationsaustausch unter allen an der Behandlung des Patienten beteiligten Akteuren ermöglichen kürzere Behandlungs- und Ausfallzeiten. Kranke Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter werden schneller wieder gesund und trotzdem optimal versorgt.“2

Die Vorteile, von der Leistungstransparenz bis zur Eigenverantwortung der Patientinnen und Patienten, werden immer wieder in den Mittelpunkt gerückt.

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Aktuelle Ausgabe April 2026

In der April-Ausgabe erinnert Hauke Brunkhorst an den großen Sozialphilosophen und langjährigen »Blätter«-Mitherausgeber Jürgen Habermas, der am 14. März 2026 gestorben ist. Im Mittelpunkt seines Lebenswerks stand die Verteidigung der Demokratie. Diese, und mit ihr die Idee eines freien Westens, wird derzeit besonders von einer Figur herausgefordert: Donald Trump. Den unkalkulierbaren Folgen des Irankriegs für die Region wie für die internationale Ordnung widmen sich Dalia Dassa Kaye sowie Nicole Deitelhoff. Robert Kagan wiederum skizziert die absehbaren kriegerischen Folgen einer durch Trump zerstörten amerikanischen Ordnung – und deren hohe Kosten für die USA selbst. Was uns Thukydides heute über den drohenden Zusammenbruch der liberalen Welt lehren kann, fragen Carlotta Voss und Daniel-Pascal Zorn. Und Nick Reimer sowie Olga Bubich erinnern an die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl vor vierzig Jahren und ihre Gegenwart im Schatten des Ukrainekrieges.

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