Ausgabe August 2007

Global Player Bertelsmann

Der Name Bertelsmann steht zugleich für Big Business und Philanthropie, nämlich sowohl für den Konzern Bertelsmann AG als auch für die Bertelsmann- Stiftung. Obwohl beide, die Aktiengesellschaft und die Stiftung mit Stammsitz in der westfälischen Kreisstadt Gütersloh, international agieren, ist nur sehr wenig über diejenigen Aktivitäten der Stiftung bekannt, die die Globalisierung des deutschen Medienunternehmens flankieren.

Zusammen mit der Stiftung gleichen Namens bildet der Bertelsmann- Konzern eine weltweit einflussreiche Agentur der Bewusstseinsindustrie, der Wissens- und Informationsvermittlung, der Meinungsproduktion sowie der Unterhaltungsbranche. Zu den Unternehmenszweigen der AG gehören Buchund Musikclubs, Musikfirmen, Verlage, Fernseh- und Radiosender, TV-Produktionsfirmen, Druckereien, inzwischen aber auch Internet-Angebote sowie Adresshandel, Medien-, Industrie- und Verwaltungsdienstleistungen.

Die Bertelsmann AG ist das größte Medienunternehmen Europas und sechstgrößter Medienkonzern der Welt. Die AG und ihre Tochterunternehmen beschäftigten im Jahre 2005 in 63 Ländern und mehr als 260 Einzelfirmen rund 88 000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, von denen 36 Prozent in Deutschland angestellt waren. Der Konzern verzeichnete 2005 einen Gesamtumsatz von rund 18 Mrd. Euro, von denen 30 Prozent im Inland erwirtschaftet wurden.

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In der Januar-Ausgabe warnt der Journalist Alexander Hurst vor einem drohenden Bürgerkrieg in den USA, sollte Donald Trump eine Abwahl in einem Jahr nicht akzeptieren. Die indische Schriftstellerin Arundhati Roy zeigt, wie die Hindu-Nationalisten die innere Vielfalt Indiens bekämpfen und selbst vor kriegerischen Mitteln nicht halt machen. »Blätter«-Redakteurin Julia Schweers beleuchtet den Generationenkonflikt, der in Afrika zu einer dritten kontinentalen Protestwelle führen könnte. Der Soziologe Mathias Greffrath fordert die Abkehr vom Mantra des ständigen Wachstums, um dem »Zeitalter der Verwüstung« ein Ende zu setzen. Und »Blätter«-Mitherausgeber Micha Brumlik analysiert die antisemitische Kontinuität von der DDR bis ins heutige Ostdeutschland.

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