Ausgabe Juni 2007

Weltmacht Indien?

Der Subkontinent zwischen kolonialem Erbe und globalem Aufstieg

Mit mehr als einer Milliarde Einwohnern – einer Bevölkerungszahl, die der chinesischen nahe kommt – und einer über dem Weltdurchschnitt liegenden wirtschaftlichen Wachstumsrate gilt Indien heute vielen als eine der kommenden Großmächte des 21. Jahrhunderts. Dieser Artikel soll derartige Prognosen hinterfragen, denn ob Indien die Voraussetzungen dafür erfüllt, eine moderne Großmacht zu werden, erscheint mir ausgesprochen fraglich.

Meine Zweifel erwachsen aus der – entscheidend wichtigen – Tatsache, dass Indien, seit es unabhängig wurde, seine Hauptaufgabe nicht bewältigt hat, nämlich die radikale Transformation der vom kolonialen Kapitalismus ererbten Strukturen. Kein Zweifel, die herrschende Klasse des unabhängig gewordenen Indien entschied sich, diesem Erbe ein national-bourgeoises Projekt aufzupfropfen, das bis heute weitestgehend fortbesteht.

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Aktuelle Ausgabe Januar 2020

In der Januar-Ausgabe warnt der Journalist Alexander Hurst vor einem drohenden Bürgerkrieg in den USA, sollte Donald Trump eine Abwahl in einem Jahr nicht akzeptieren. Die indische Schriftstellerin Arundhati Roy zeigt, wie die Hindu-Nationalisten die innere Vielfalt Indiens bekämpfen und selbst vor kriegerischen Mitteln nicht halt machen. »Blätter«-Redakteurin Julia Schweers beleuchtet den Generationenkonflikt, der in Afrika zu einer dritten kontinentalen Protestwelle führen könnte. Der Soziologe Mathias Greffrath fordert die Abkehr vom Mantra des ständigen Wachstums, um dem »Zeitalter der Verwüstung« ein Ende zu setzen. Und »Blätter«-Mitherausgeber Micha Brumlik analysiert die antisemitische Kontinuität von der DDR bis ins heutige Ostdeutschland.

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