Ausgabe Oktober 2007

Linksterrorismus fremdgesteuert?

Die Kooperation von RAF, Roten Brigaden, CIA und KGB

Am 7. September 1977 wird in Köln der Arbeitgeberpräsident Hanns Martin Schleyer durch ein Kommando der „Rote Armee Fraktion“ auf offener Straße überfallen. Die Männer seiner Eskorte werden erschossen, er selbst wird entführt und später umgebracht. Ein halbes Jahr danach, am 16. März 1978, passiert dasselbe mit dem Vorsitzenden der christdemokratischen Partei Italiens, Aldo Moro, und seinen Begleitern. Dabei wird die gleiche Technik des Überfalls angewandt, schräg vor und hinter dem Konvoi platzierte Autos fungieren als Falle. In beiden Fällen fordern die Terroristen die Freilassung von inhaftierten Gesinnungsgenossen, in beiden Fällen wird der Entführte nach einer mehrwöchigen Gefangenschaft erschossen und der Leichnam im Kofferraum eines am Straßenrand geparkten Autos der Öffentlichkeit übergeben. Doch mehr noch, die Ähnlichkeiten reichen bis in die Prozesse: In beiden Fällen sind die Überfälle bis heute keineswegs aufgeklärt und die Rolle beteiligter Täter unbekannt. Und hier wie da gibt es eiserne Mauern des Schweigens, bei Tätern und Geheimdiensten.

Doch in Italien ist die Staatsanwaltschaft unabhängig und nicht, wie in Deutschland, der Politik gegenüber weisungsgebunden und untergeordnet. Sie ist zudem durchlässiger, der Öffentlichkeit gegenüber nicht so abgeschottet wie in der Bundesrepublik.

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