Ausgabe Januar 2008

Kapital, mal sozial

Ob Acker- oder Mannesmann, Siemens oder VW – nahezu täglich werden die Bürgerinnen und Bürger mit neuen Fällen von Versagen oder gar Kriminalität von Managern konfrontiert. Mit der von Franz Müntefering kreierten Heuschrecken- Metapher, wonach Fonds und Unternehmer, ständig im Dienst am shareholder value, das Land systematisch abgrasen und eine Wüste hinterlassen, hat sich das Bild vom unweigerlich unmoralischen Kapitalisten in den Köpfen der Verbraucher fast schon zementiert. Umweltverschmutzung, menschenunwürdige Produktionsbedingungen in den Produktionsstätten der sogenannten Dritten Welt, Minderbezahlung in heimischen Produktionsstätten und Korruption scheinen zur Normalität bei großen Unternehmen zu gehören.

Die Reaktionen der Verbraucher sind zwiespältig: Zum einen reagieren sie mit Gleichgültigkeit und Resignation, zum anderen aber nimmt die Zahl jener zu, die die Produkte der in die Negativschlagzeilen geratenen Unternehmen boykottieren, die sich an Protestkampagnen beteiligen und die die allgemeine Achtung von Umwelt- und Sozialstandards sowie mehr Transparenz fordern.

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Aktuelle Ausgabe Januar 2020

In der Januar-Ausgabe warnt der Journalist Alexander Hurst vor einem drohenden Bürgerkrieg in den USA, sollte Donald Trump eine Abwahl in einem Jahr nicht akzeptieren. Die indische Schriftstellerin Arundhati Roy zeigt, wie die Hindu-Nationalisten die innere Vielfalt Indiens bekämpfen und selbst vor kriegerischen Mitteln nicht halt machen. »Blätter«-Redakteurin Julia Schweers beleuchtet den Generationenkonflikt, der in Afrika zu einer dritten kontinentalen Protestwelle führen könnte. Der Soziologe Mathias Greffrath fordert die Abkehr vom Mantra des ständigen Wachstums, um dem »Zeitalter der Verwüstung« ein Ende zu setzen. Und »Blätter«-Mitherausgeber Micha Brumlik analysiert die antisemitische Kontinuität von der DDR bis ins heutige Ostdeutschland.

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