Ausgabe Januar 2008

Weltwirtschaft und Einkommensverteilung

Auch ein halbes Jahr nach den durch die US-amerikanische Hypothekenkrise ausgelösten Turbulenzen an den Finanzmärkten ist nicht absehbar, welche Auswirkungen diese auf die „reale“ Wirtschaft haben werden. Der Internationale Währungsfonds (IWF) hat seine Prognose für 2008 nur leicht um ein halbes Prozent nach unten korrigiert – auf ein immer noch ansehnliches weltweites Wirtschaftswachstum von 4,75 Prozent. Erwartungsgemäß fällt die Korrektur der Wachstumserwartungen vor allem für die USA mit fast einem Prozent (1,9 statt 2,8) besonders deutlich aus. Allerdings wird auch dort für 2008 nicht mit dem Ausbruch einer Rezession gerechnet. Das Wachstum schwächt sich moderat ab, vor allem in den entwickelten Industrieländern, während die Entwicklungsländer insbesondere Asiens in einem kaum verminderten Tempo expandieren.

Abgesehen von der kurzfristigen konjunkturellen Betrachtung ist der IWF auch bezüglich der längerfristigen ökonomischen Situation weiterhin außerordentlich optimistisch – historisch sei die gegenwärtige Wachstumsphase nicht nur dynamischer als in vorangegangenen Perioden, es sei auch in Zukunft damit zu rechnen, dass die Konjunkturzyklen länger und ausgeglichener sein werden als in der Vergangenheit.

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In der Februar-Ausgabe analysiert Ferdinand Muggenthaler die Folgen des US-Militärschlags in Venezuela für Lateinamerika – und erläutert, an welche Grenzen Trumps imperiale Ambitionen auf dem Subkontinent stoßen könnten. Nach vier Jahren russischer Vollinvasion und einem Jahr Trump ist die Ukraine zu einem zentralen Schauplatz im Ringen um eine imperiale globale Ordnung avanciert, argumentiert Steffen Vogel. Ulrich Menzel beschreibt die Konturen des heranbrechenden neuen imperialistischen Zeitalters, in dem das »Trio infernale« – USA, Russland und China – miteinander um die globale Vorherrschaft ringt. Seyla Benhabib beleuchtet unter Rückgriff auf das Denken Hannah Arendts die dramatischen Herausforderungen der Demokratie im planetarischen Zeitalter. Sonja Peteranderl zeigt auf, wie sich deutsche Behörden aus ihrer Abhängigkeit von Trump-hörigen Tech-Konzernen lösen können. Dass der öffentlich-rechtliche Rundfunk hierzulande nicht nur innenpolitisch unter Druck steht, sondern auch ausländische Regierungen politisch Einfluss auszuüben versuchen, zeigt Wolfgang Kraushaar am Beispiel der Kontroverse um die ARD-Israel-Korrespondentin Sophie von der Tann. Und Georg Diez plädiert angesichts der wachsenden Stimmenanteile der AfD für die Abkehr von Parteidisziplin und den Umbau der Demokratie hin zu einer zielorientierten Zwei-Drittel-Republik.

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