Ausgabe Januar 2008

Weltwirtschaft und Einkommensverteilung

Auch ein halbes Jahr nach den durch die US-amerikanische Hypothekenkrise ausgelösten Turbulenzen an den Finanzmärkten ist nicht absehbar, welche Auswirkungen diese auf die „reale“ Wirtschaft haben werden. Der Internationale Währungsfonds (IWF) hat seine Prognose für 2008 nur leicht um ein halbes Prozent nach unten korrigiert – auf ein immer noch ansehnliches weltweites Wirtschaftswachstum von 4,75 Prozent. Erwartungsgemäß fällt die Korrektur der Wachstumserwartungen vor allem für die USA mit fast einem Prozent (1,9 statt 2,8) besonders deutlich aus. Allerdings wird auch dort für 2008 nicht mit dem Ausbruch einer Rezession gerechnet. Das Wachstum schwächt sich moderat ab, vor allem in den entwickelten Industrieländern, während die Entwicklungsländer insbesondere Asiens in einem kaum verminderten Tempo expandieren.

Abgesehen von der kurzfristigen konjunkturellen Betrachtung ist der IWF auch bezüglich der längerfristigen ökonomischen Situation weiterhin außerordentlich optimistisch – historisch sei die gegenwärtige Wachstumsphase nicht nur dynamischer als in vorangegangenen Perioden, es sei auch in Zukunft damit zu rechnen, dass die Konjunkturzyklen länger und ausgeglichener sein werden als in der Vergangenheit.

Sie haben etwa 15% des Textes gelesen. Um die verbleibenden 85% zu lesen, haben Sie die folgenden Möglichkeiten:

Artikel kaufen (1€)
Digitalausgabe kaufen (10€)
Anmelden

Aktuelle Ausgabe August 2020

In der Augustausgabe beleuchtet Masha Gessen die clanartigen Strukturen von Trumps Mafia-Staat. Michael Tomasky sieht den designierten Präsidentschaftskandidaten Joe Biden auf dem Weg nach links – und erkennt bei dem US-Demokraten gar rooseveltsche Ambitionen. Wieslaw Jurczenko analysiert die Ursachen des Wirecard-Desasters und damit das Totalversagen der deutschen Finanzaufsicht. Raul Zelik fordert, die Eigentumsverhältnisse wieder in den Blick zu nehmen, um so den Sozialismusbegriff wiederzubeleben. Und Klaus Vieweg befreit Hegel, der vor knapp 250 Jahren geboren wurde, vom Totalitarismusverdacht.

Zur Ausgabe Probeabo

Weitere Artikel zum Thema

Afrika: Die zweifache Katastrophe

von Simone Schlindwein

Es sind grausame Szenarien, die für Afrika projiziert werden. Von „zehn Millionen Toten“ durch das Coronavirus auf dem Kontinent warnte Microsoft-Gründer Bill Gates bereits im Februar: Ein massiver Ausbruch würde die ohnehin maroden Gesundheitssysteme Afrikas „überwältigen“ und dadurch zu einem Massensterben führen, erklärte er. Die Warnung Gates‘ kam nur wenige Stunden bevor in Ägypten der erste Covid-19-Fall auf dem Kontinent bestätigt wurde. Seitdem breitet sich das Virus stetig weiter gen Süden aus und mit ihm auch die Angst.

Indien: Der große Exodus

von Ellen Ehmke

Es ist der größte Lockdown der Menschheitsgeschichte: Am 24. März verordnete Premierminister Narendra Modi dem indischen Subkontinent eine mehrwöchige Ausgangssperre, die mindestens bis Anfang Mai anhalten soll. Das Ziel: Die Ausbreitung des Coronavirus unter den knapp 1,4 Milliarden Inder*innen aufzuhalten.