Ausgabe Juli 2008

Polens Linke: Niedergang oder Neuanfang

Lange Zeit schon wirkte die polnische Linke führungs- und orientierungslos, doch nun scheint die Reformphase vorbei: Ende Mai wurde überraschend der bisherige Generalsekretär, der 34jährige Grzegorz Napieralski, zum Chef der größten polnischen Linkspartei, der sozialdemokratisch ausgerichteten SLD (Demokratische Linksallianz), gewählt. Er erzielte einige Stimmen mehr als der gleichaltrige bisherige Parteivorsitzende Wojciech Olejniczak, was er mit großen Worten feierte: “Ich bin der neue Zapatero”, so Napieralski. Nun wird sich noch weniger ändern, meinen dagegen enttäuschte progressive Linke. Das ist der alte “Beton”, stellen Politiker der regierenden “Bürgerplattform” lakonisch fest.

Die polnische Linke, so kann man es neutraler formulieren, ist stark zersplittert und sie hat massiv an Einfluss verloren. In diesem Frühjahr fiel das 2006 gegründete Bündnis LiD (Linke und Demokraten) auseinander; die linke Solidarnošc-Partei “Demokraten” und kurz darauf die “Sozialdemokratie Polens” verließen den Pakt, der bei den Parlamentswahlen im Oktober 2007 zusammen nur noch 13,5 Prozent der Stimmen erhielt, um zukünftig wieder als marginale Parteien um Aufmerksamkeit zu kämpfen.

Übrig blieb im linken Bündnis im Wesentlichen die sozialdemokratische SLD, der heute jedoch nur noch sechs Prozent der Polen ihre Stimme geben würden.

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