Ausgabe November 2008

Norwegen: Staatsfonds und Ethik

Der Ressourcenreichtum Norwegens bildet die Grundlage für den hohen Lebensstandard des Landes, welcher im weltweiten Vergleich eine Spitzenposition einnimmt. Dennoch ist man sich im Lande bewusst, dass fossile Energien endlich sind. Seit 1990 gibt es deshalb einen Staatsfonds, in dem die Überschüsse aus Öl- und Gasverkäufen angelegt werden, um die finanzielle Handlungsfähigkeit des Königreichs langfristig zu gewährleisten.

Im Jahr 2004 wurde das ursprünglich lediglich auf intergenerationelle Gerechtigkeit angelegte Programm des Staatsfonds erweitert; seither beinhaltet es auch ethische Richtlinien, die von den Portfolio-Unternehmen einzuhalten sind. Diese Bestimmungen, welche das norwegische Parlament auf Basis des Graver-Reports für die Anlagepolitik des Fonds erlassen hat, sollen die Werte und Normen des Landes repräsentieren und schließen hauptsächlich die Kooperation mit Firmen aus, deren Geschäftspraktiken mit Menschenrechtsverletzungen, Kinderarbeit oder schwerer Umweltschädigung in Verbindung gebracht werden.

Wie effizient wirkt diese Ethik-Richtlinie? Ist sie, so soll hier gefragt werden, ein geeignetes wirtschaftspolitisches Instrument, um die Klima- und Umweltpolitik zu verbessern?

Methodisch geht die norwegische Staatsbank aktiv auf Unternehmen aus ihrem Portfolio zu, um sie für die Werte und Normen des Staatsfonds zu sensibilisieren.

Sie haben etwa 13% des Textes gelesen. Um die verbleibenden 87% zu lesen, haben Sie die folgenden Möglichkeiten:

Artikel kaufen (1€)
Digitalausgabe kaufen (10€)
Anmelden

Aktuelle Ausgabe Juli 2020

In der Juli-Ausgabe beleuchten der Historiker Ibram X. Kendi und die Soziologin Keeanga-Yamahtta Taylor die lange Tradition rassistischer Gewalt in den USA – und zeigen Wege aus dem amerikanischen Albtraum auf. Der Soziologe Gary Younge und der Journalist Marvin Oppong richten den Blick auf den Rassismus und die Polizeigewalt in Europa. Der Journalist Michael Pollan legt die brutale Effizienz der Lebensmittelindustrie offen – die uns alle buchstäblich krank macht. Und »Blätter«-Redakteur Albrecht von Lucke analysiert den steilen Aufstieg Markus Söders inmitten der Coronakrise - und dessen Chancen, nächster Bundeskanzler zu werden.

Zur Ausgabe Probeabo

Weitere Artikel zum Thema