Ausgabe Oktober 2008

Die USA vor dem Sieg der Angst?

Die Nominierungsparteitage der Demokraten und Republikaner sind gelaufen. Doch wer bereits nach der spektakulären Krönungsmesse Barack Obamas auf einen klaren Vorteil der Demokraten getippt hatte, sieht sich getäuscht: Das Rennen um die Präsidentschaft in den Vereinigten Staaten ist offener als viele Beobachter angesichts des demoskopischen Sinkflugs der Bush-Regierung und der mit einer großen Mobilisierung einhergehenden Kampagne Obamas prognostiziert hatten. Nach den Parteitagen liegen die beiden Kontrahenten in etwa gleichauf.

 

Nach den Parteitagen

 

Dabei hatte Barack Obama lange bereits wie der sichere Sieger ausgesehen. Er konnte teilweise grandiose Vorwahlerfolge erzielen und schließlich seine Kontrahentin Hillary Clinton aus dem Felde schlagen, weil er glaubwürdig für einen grundlegenden politischen Wandel eintrat. Wer sollte ihn, fragten viele, angesichts des Debakels der Republikanischen Partei und ihrer Regierung, noch aufhalten können?

Tatsächlich gelang es Obama, gemeinsam mit seinem Vizepräsidentschaftskandidaten Joe Biden und unterstützt auch durch die Reden von Hillary und Bill Clinton, die Demokratische Partei auf ihrem Parteitag Ende August hinter seiner Kandidatur zu vereinen.

Sie haben etwa 9% des Textes gelesen. Um die verbleibenden 91% zu lesen, haben Sie die folgenden Möglichkeiten:

Artikel kaufen (1€)
Digitalausgabe kaufen (10€)
Anmelden

Aktuelle Ausgabe Januar 2026

In der Januar-Ausgabe skizziert der Journalist David Brooks, wie die so dringend nötige Massenbewegung gegen den Trumpismus entstehen könnte. Der Politikwissenschaftler Philipp Lepenies erörtert, ob die Demokratie in den USA in ihrem 250. Jubiläumsjahr noch gesichert ist – und wie sie in Deutschland geschützt werden kann. Der Politikwissenschaftler Sven Altenburger beleuchtet die aktuelle Debatte um die Wehrpflicht – und deren bürgerlich-demokratische Grundlagen. Der Sinologe Lucas Brang analysiert Pekings neue Friedensdiplomatie und erörtert, welche Antwort Europa darauf finden sollte. Die Journalistinnen Susanne Götze und Annika Joeres erläutern, warum die Abhängigkeit von Öl und Gas Europas Sicherheit gefährdet und wie wir ihr entkommen. Der Medienwissenschaftler Roberto Simanowski erklärt, wie wir im Umgang mit Künstlicher Intelligenz unsere Fähigkeit zum kritischen Denken bewahren können. Und die Soziologin Judith Kohlenberger plädiert für eine »Politik der Empathie« – als ein Schlüssel zur Bekämpfung autoritärer, illiberaler Tendenzen in unserer Gesellschaft.

Zur Ausgabe Probeabo

Weitere Artikel zum Thema USA

Der Kampf um Grönland: Versöhnung als Geopolitik

von Ebbe Volquardsen

Die Stadt Karlsruhe könnte schon bald vor einem Dilemma stehen. Im Januar 2025 zeichnete sie ihren langjährigen Stadtvertreter Tom Høyem (FDP) mit der Ehrenmedaille aus. In den 1980er Jahren war der gebürtige Däne, mittlerweile auch deutscher Staatsbürger, Dänemarks letzter Minister für Grönland – ein Amt aus der Kolonialzeit.

Infantino-Trump: Goldgangster im Gleichklang

von Jan Kursko

Zum Glück gibt es sie doch noch, die Gerechtigkeit auf dieser brutalen Welt! Da beschert ein Mann Millionen den Frieden – und beendet sogar Kriege, angeblich acht an der Zahl, von denen die Welt zuvor noch nie gehört hatte –, und doch hat das Nobelpreiskomitee ihn schnöde rechts liegen lassen.