Ausgabe Januar 2009

Code Green

Warum wir eine grüne Revolution brauchen

Am 20. November 2003, während eines Treffens zwischen Präsident George W. Bush und dem damaligen Premierminister Tony Blair in London und etwa sechs Monate nach der Eröffnung des neuen Konsulats in Istanbul, zündeten türkisch-muslimische Terroristen vor der HSBC-Bank und dem britischen Konsulat in Istanbul Autobomben. Bei dem Anschlag kamen 30 Menschen ums Leben, darunter der britische Generalkonsul, mindestens 400 weitere wurden verletzt.

Einer der nach dem Anschlag festgenommenen Terroristen soll gegenüber der türkischen Polizei ausgesagt haben, seine Gruppe habe ursprünglich das neue amerikanische Konsulat sprengen wollen, aber als man die Anlage in Istinye erkundete, sei man zu dem Schluss gelangt, sie sei uneinnehmbar. Ein höherer amerikanischer Diplomat in Istanbul erzählte mir Genaueres. Nach Auskunft türkischer Sicherheitskreise hatten die Terroristen erklärt, das amerikanische Konsulat sei einfach zu sicher: „Da dürfen nicht einmal Vögel fliegen.“ Dieses Bild geht mir nicht aus dem Kopf. Es war so gut bewacht, dass nicht einmal Vögel dort fliegen durften… (Eine weitere Bestätigung fand dieser Gedanke am 9. Juli 2008, als türkische Polizisten außerhalb des Konsulatsgeländes drei Terroristen töteten, die offenbar eine Bresche in die Mauer sprengen wollten.

Sie haben etwa 3% des Textes gelesen. Um die verbleibenden 97% zu lesen, haben Sie die folgenden Möglichkeiten:

Artikel kaufen (3.00€)
Digitalausgabe kaufen (10€)
Anmelden

Aktuelle Ausgabe April 2020

In der April-Ausgabe analysiert der Politikwissenschaftler Ulrich Menzel, wie die Corona-Krise die große Erzählung vom Segen der Globalisierung endgültig entzaubert. Der Ökonom Thomas Piketty widmet sich der Ideologie der Ungleichheit und zeigt: Das Aufstiegsversprechen westlicher Gesellschaften ist nicht länger tragfähig. Der Historiker Yoni Appelbaum erkennt im demographischen Wandel in den USA einen zentralen Treiber für den wachsenden Hass in der amerikanischen Gesellschaft. Der Migrationsforscher Mark Terkessidis geht den kolonialen Wurzeln des Rassismus auf den Grund. Und die Juristin und »Blätter«-Mitherausgeberin Rosemarie Will würdigt die Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts zur Suizidassistenz.

Zur Ausgabe Probeabo

Weitere Artikel zum Thema

Im Zeitalter der Verwüstung

von Mathias Greffrath

2019 war das Jahr, in dem kein Tag verging, ohne neue Klimakatastrophenmeldungen: Brandherde in Bolivien, so groß wie zwei Bundesländer, gestorbene Gletscher auf Island, Dürre im Sudan, tausende Hitzetote in Europa, 700 Millionen Euro Ernteschäden in Deutschland, Venedig unter Wasser wie lange nicht, und immer dramatischere Zahlen.

Mythos Erhard: Die Legende vom deutschen Wirtschaftswunder

von Ulrike Herrmann

Vor bald 75 Jahren ging der Zweite Weltkrieg zu Ende. Danach soll Westdeutschland, so will es die Legende, ein einzigartiges „Wirtschaftswunder“ erlebt haben, das allein der Währungsreform zu verdanken sei. Und wie in jedem Märchen gibt es dabei auch einen Helden: Ludwig Erhard. Selbst Grüne lassen sich inzwischen mit seinem Konterfei abbilden.