Ausgabe Januar 2009

Strategie in der Krise: Nachhaltigkeit als Chance

Die Gefahr einer neuen Weltwirtschaftskrise hat der Kritik am globalen Kapitalismus zu neuer Aktualität verholfen. Es greift jedoch zu kurz, die Krisenphänomene auf solche der Wirtschaft zu verengen. Denn die Krisen kumulieren: Die aktuelle Finanzkrise wird zu einer Krise des Wirtschaftswachstums, beides wird wiederum die Armutskrise insbesondere in den Ländern des Südens verstärken. Gleichzeitig zehrt der Klimawandel an den natürlichen Lebensgrundlagen. Bliebe er ungebremst, würden seine Kosten die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit bei weitem übersteigen. Schließlich stellt auch der Kampf um die knappen Ressourcen das Wirtschaftswachstum in Frage, verschärft die globale Konkurrenz und droht in kriegerische Konflikte zu münden. Bei alledem bleibt offen, ob die parlamentarischen Demokratien in der Lage sind, diese Probleme tatsächlich zu lösen, oder ob am Ende eine Wendung zum autoritären Staat erfolgen wird.

Der Zusammenhang der verschiedenen Krisen macht deutlich, dass es heute nicht um bloße Einzelphänomene geht. Gleichzeitig gibt es keine umfassende Theorie mehr, die – wie das traditionelle „linke“ Verständnis unterstellt hatte – aus einem ganzheitlichen Verständnis von Wirtschaft, Gesellschaft und Politik heraus in der Lage sein könnte, wirksame Alternativen zu entwickeln und (Gegen-)Strategien zu formulieren.

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Aktuelle Ausgabe April 2020

In der April-Ausgabe analysiert der Politikwissenschaftler Ulrich Menzel, wie die Corona-Krise die große Erzählung vom Segen der Globalisierung endgültig entzaubert. Der Ökonom Thomas Piketty widmet sich der Ideologie der Ungleichheit und zeigt: Das Aufstiegsversprechen westlicher Gesellschaften ist nicht länger tragfähig. Der Historiker Yoni Appelbaum erkennt im demographischen Wandel in den USA einen zentralen Treiber für den wachsenden Hass in der amerikanischen Gesellschaft. Der Migrationsforscher Mark Terkessidis geht den kolonialen Wurzeln des Rassismus auf den Grund. Und die Juristin und »Blätter«-Mitherausgeberin Rosemarie Will würdigt die Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts zur Suizidassistenz.

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