Ausgabe März 2010

Afghanistan – Friede als Ernstfall

Krieg wird aus Krieg gezeugt, und Rache zieht Rache nach sich. Nun aber möge Wohlwollen Wohlwollen schaffen und Wohltat zu Wohltat ermuntern, und als der Königlichste gelte der, der am weitesten auf seinen Rechtsanspruch verzichtet hat,“ so plädierte Erasmus von Rotterdam 1517 in seiner „Klage des Friedens“. Vom späteren Kaiser Karl  V. dazu aufgefordert, verfolgte Erasmus mit seiner Schrift das Ziel, alle Kräfte für den geplanten Friedenskongress von Cambrai zu sammeln. Dieser Kongress kam jedoch nie zustande; die blutigen Auseinandersetzungen in Europa setzten sich bis weit ins 20. Jahrhundert fort. Die Klage des Friedens des Erasmus aber gewann eine bis heute reichende Resonanz.

Wie kann es gelingen, zwischen verschiedenen Menschengruppen respektvolle Beziehungen zu entwickeln und zu festigen? Dies ist die höchst aktuelle friedenspolitische Frage, die sich auch in Deutschland stellt, seitdem das Land nach dem Ende des Ost-West-Konflikts im Rahmen von NATO-Akionen militärisch interveniert – erstmals 1998 im Rahmen des Kosovo-Krieges und in Afghanistan seit 2001. Denn trotz der Jahre, die inzwischen verflossen sind, wurde bisher weder im Kosovo noch in Afghanistan eine befriedigende Antwort gefunden.

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Aktuelle Ausgabe Februar 2026

In der Februar-Ausgabe analysiert Ferdinand Muggenthaler die Folgen des US-Militärschlags in Venezuela für Lateinamerika – und erläutert, an welche Grenzen Trumps imperiale Ambitionen auf dem Subkontinent stoßen könnten. Nach vier Jahren russischer Vollinvasion und einem Jahr Trump ist die Ukraine zu einem zentralen Schauplatz im Ringen um eine imperiale globale Ordnung avanciert, argumentiert Steffen Vogel. Ulrich Menzel beschreibt die Konturen des heranbrechenden neuen imperialistischen Zeitalters, in dem das »Trio infernale« – USA, Russland und China – miteinander um die globale Vorherrschaft ringt. Seyla Benhabib beleuchtet unter Rückgriff auf das Denken Hannah Arendts die dramatischen Herausforderungen der Demokratie im planetarischen Zeitalter. Sonja Peteranderl zeigt auf, wie sich deutsche Behörden aus ihrer Abhängigkeit von Trump-hörigen Tech-Konzernen lösen können. Dass der öffentlich-rechtliche Rundfunk hierzulande nicht nur innenpolitisch unter Druck steht, sondern auch ausländische Regierungen politisch Einfluss auszuüben versuchen, zeigt Wolfgang Kraushaar am Beispiel der Kontroverse um die ARD-Israel-Korrespondentin Sophie von der Tann. Und Georg Diez plädiert angesichts der wachsenden Stimmenanteile der AfD für die Abkehr von Parteidisziplin und den Umbau der Demokratie hin zu einer zielorientierten Zwei-Drittel-Republik.

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