Ausgabe November 2010

Israel oder Die Angst vor dem Frieden

Der Friedensprozess im Nahen Osten schädigt den Ruf des Begriffs. Denn dieser Prozess, das zeigen die dürren Ergebnisse der jüngsten Verhandlungsrunden, scheint nicht nur endlos, sondern auch aussichtslos zu sein – zum Ziel, also zum Frieden, wird er aller Wahrscheinlichkeit nach auch diesmal nicht führen. Man redet ständig vom Auf und Ab dieses Prozesses, doch seit Langem steht fest: Man läuft im Kreis, im Teufelskreis. Der einzige Ausweg scheint somit über eine Katastrophe zu führen.

Vor diesem Hintergrund überraschen die Schuldzuweisungen in der Debatte um die Ursachen und Gründe des aktuellen Zustands nicht. Es ist immer die andere Seite, die den Friedensprozess aufgehalten oder zum temporären Scheitern gebracht hat. Dass beide Seiten, Israelis und Palästinenser, prinzipiell mit ihren Schuldzuweisungen Recht haben, ist dabei von besonderer Ironie: Der Konflikt zwischen Juden und Arabern in Palästina hätte in der Tat durch die Annahme bzw. Durchsetzung des UN-Beschlusses über die Teilung Palästinas vom November 1947 – die Zwei-Staaten-Lösung – beendet werden können. Zuerst wurde der Vorschlag von der arabischen Seite abgelehnt, seit 1967 dann von Israel umgangen und für die PLO inakzeptabel.

Sie haben etwa 4% des Textes gelesen. Um die verbleibenden 96% zu lesen, haben Sie die folgenden Möglichkeiten:

Artikel kaufen (3.00€)
Digitalausgabe kaufen (10€)
Anmelden

Aktuelle Ausgabe Juni 2020

In der Juni-Ausgabe analysiert die Journalistin Kate Aronoff, wie sich Corona-Pandemie, Verschuldung und Klimawandel im globalen Süden zu einer dreifachen Krise verschränken. Die Ökonomen Emmanuel Saez und Gabriel Zucman zeigen, wie die einst progressive Steuerpolitik der USA durch eine systematische Bevorzugung der Reichen abgelöst wurde. Der Agrarwissenschaftler Knut Ehlers und der Präsident des Umweltbundesamtes, Dirk Messner, plädieren für eine radikale Transformation der Landwirtschaft hin zu mehr Nachhaltigkeit. Und »Blätter«-Redakteur Steffen Vogel ergründet den Zusammenhang zwischen Verschwörungsglaube und Popkultur.

Zur Ausgabe Probeabo

Weitere Artikel zum Thema