Ausgabe Oktober 2010

Partei der Weißen

Die Republikaner vor dem Kongresswahlsieg?

In der Mitte des vergangenen Jahrzehnts wurde in den Vereinigten Staaten und in Europa eine engagierte Debatte über den zu dieser Zeit scheinbar unaufhaltsamen Erfolg der Republikanischen Partei geführt. Für manche Beobachter belegte diese Entwicklung, dass die USA schlicht eine „rechte Nation“ seien; andere (darunter auch ich) sprachen von republikanischer Hegemonie.[1] Doch seit dem Sieg der Demokraten bei den Kongresswahlen 2006 und spätestens seit Obamas Wahlsieg 2008 scheint diese Annahme merkwürdig überholt. So argumentierte beispielsweise Albert Scharenberg, dass die reine Obstruktionspolitik der Republikaner „für die Begründung einer eigenen Hegemonie“ nicht ausreiche.[2]

Meines Erachtens stellt die aktuelle politische Entwicklung die republikanische Hegemonie jedoch keineswegs grundsätzlich in Frage. Zum einen meint das (auf Antonio Gramsci zurückgehende) Konzept der Hegemonie nicht vollständige Dominanz. Zum anderen kann eine neue politische Herrschaft nicht schon deshalb als etabliert und „geistig führend“ gelten, wenn lediglich Wahlen gewonnen werden. Solange nicht auch die Alltagskultur verändert wird, ist politische Herrschaft zumindest unvollständig, vielleicht sogar nur oberflächlich.

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Aktuelle Ausgabe Februar 2020

In der Februar-Ausgabe warnen die ehemaligen US-Politiker Ernest J. Moniz und Sam Nunn vor einem erneuten Wettrüsten zwischen Russland und den USA. Hans-Gerd Marian und Michael Müller von den NaturFreunden Deutschlands legen die braunen Linien der deutschen Umweltbewegung offen. Der Vorsitzende der SWP, Volker Perthes, fragt nach den Auswirkungen der jüngsten Spannungen zwischen den USA und Iran – auch und gerade für Europa. Die indische Schriftstellerin Arundhati Roy zeigt, wie die regierenden Hindu-Nationalisten Millionen Menschen zu Staatenlosen machen und so ein neues Kastensystem schaffen könnten. Und der Stadtforscher Paul Chatterton skizziert die Zukunft der klimaneutralen, nachhaltig produzierenden Stadt.

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