Ausgabe Dezember 2011

Ein anderes Italien

Der italienische Ministerpräsident Silvio Berlusconi ist zurückgetreten. Er hinterlässt der Übergangsregierung unter Mario Monti ein tief gespaltenes Land mit einer hohen Arbeitslosigkeit, insbesondere unter Jugendlichen. Noch ist völlig offen, wie die ökonomische und politische Zukunft Italiens mittelfristig aussehen wird. Doch wenn von gewählten Nachfolgern die Rede ist, fällt immer wieder ein Name: Nichi Vendola. Der soeben wiedergewählte Ministerpräsident der Region Apulien und Sprecher des Parteienbündnisses „Sinistra Ecologia Libertà“ (Linke, Ökologie, Freiheit) gilt als möglicher Spitzenkandidat eines Mitte-Links-Bündnisses. Vendola, Initiator der sozialen Aktionsplattformen „Fabbriche di Nichi“, strebt einen grundlegenden politischen und ökonomischen Wandel an – mit mehr „Demokratie von unten“ und gezielten Investitionen, unter anderem in Bildung und erneuerbare Energien. Im folgenden Beitrag beschreibt der „italienische Obama“ („Washington Post“) die notwendigen Schritte hin zu einem besseren, gerechteren Italien. – D. Red.

Gespenster gehen um in der westlichen Welt: Es sind die geplatzten Träume, die Hoffnungen von Millionen Menschen auf zukünftige Chancen, auf ehrliche Arbeit und Erfolge, die vielleicht nicht leicht zu erreichen, aber doch möglich schienen.

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Aktuelle Ausgabe Februar 2026

In der Februar-Ausgabe analysiert Ferdinand Muggenthaler die Folgen des US-Militärschlags in Venezuela für Lateinamerika – und erläutert, an welche Grenzen Trumps imperiale Ambitionen auf dem Subkontinent stoßen könnten. Nach vier Jahren russischer Vollinvasion und einem Jahr Trump ist die Ukraine zu einem zentralen Schauplatz im Ringen um eine imperiale globale Ordnung avanciert, argumentiert Steffen Vogel. Ulrich Menzel beschreibt die Konturen des heranbrechenden neuen imperialistischen Zeitalters, in dem das »Trio infernale« – USA, Russland und China – miteinander um die globale Vorherrschaft ringt. Seyla Benhabib beleuchtet unter Rückgriff auf das Denken Hannah Arendts die dramatischen Herausforderungen der Demokratie im planetarischen Zeitalter. Sonja Peteranderl zeigt auf, wie sich deutsche Behörden aus ihrer Abhängigkeit von Trump-hörigen Tech-Konzernen lösen können. Dass der öffentlich-rechtliche Rundfunk hierzulande nicht nur innenpolitisch unter Druck steht, sondern auch ausländische Regierungen politisch Einfluss auszuüben versuchen, zeigt Wolfgang Kraushaar am Beispiel der Kontroverse um die ARD-Israel-Korrespondentin Sophie von der Tann. Und Georg Diez plädiert angesichts der wachsenden Stimmenanteile der AfD für die Abkehr von Parteidisziplin und den Umbau der Demokratie hin zu einer zielorientierten Zwei-Drittel-Republik.

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