Ausgabe Dezember 2011

Ein anderes Italien

Der italienische Ministerpräsident Silvio Berlusconi ist zurückgetreten. Er hinterlässt der Übergangsregierung unter Mario Monti ein tief gespaltenes Land mit einer hohen Arbeitslosigkeit, insbesondere unter Jugendlichen. Noch ist völlig offen, wie die ökonomische und politische Zukunft Italiens mittelfristig aussehen wird. Doch wenn von gewählten Nachfolgern die Rede ist, fällt immer wieder ein Name: Nichi Vendola. Der soeben wiedergewählte Ministerpräsident der Region Apulien und Sprecher des Parteienbündnisses „Sinistra Ecologia Libertà“ (Linke, Ökologie, Freiheit) gilt als möglicher Spitzenkandidat eines Mitte-Links-Bündnisses. Vendola, Initiator der sozialen Aktionsplattformen „Fabbriche di Nichi“, strebt einen grundlegenden politischen und ökonomischen Wandel an – mit mehr „Demokratie von unten“ und gezielten Investitionen, unter anderem in Bildung und erneuerbare Energien. Im folgenden Beitrag beschreibt der „italienische Obama“ („Washington Post“) die notwendigen Schritte hin zu einem besseren, gerechteren Italien. – D. Red.

Gespenster gehen um in der westlichen Welt: Es sind die geplatzten Träume, die Hoffnungen von Millionen Menschen auf zukünftige Chancen, auf ehrliche Arbeit und Erfolge, die vielleicht nicht leicht zu erreichen, aber doch möglich schienen.

Sie haben etwa 5% des Textes gelesen. Um die verbleibenden 95% zu lesen, haben Sie die folgenden Möglichkeiten:

Artikel kaufen (2.00€)
Digitalausgabe kaufen (10.00€)
Anmelden

Aktuelle Ausgabe Januar 2020

In der Januar-Ausgabe warnt der Journalist Alexander Hurst vor einem drohenden Bürgerkrieg in den USA, sollte Donald Trump eine Abwahl in einem Jahr nicht akzeptieren. Die indische Schriftstellerin Arundhati Roy zeigt, wie die Hindu-Nationalisten die innere Vielfalt Indiens bekämpfen und selbst vor kriegerischen Mitteln nicht halt machen. »Blätter«-Redakteurin Julia Schweers beleuchtet den Generationenkonflikt, der in Afrika zu einer dritten kontinentalen Protestwelle führen könnte. Der Soziologe Mathias Greffrath fordert die Abkehr vom Mantra des ständigen Wachstums, um dem »Zeitalter der Verwüstung« ein Ende zu setzen. Und »Blätter«-Mitherausgeber Micha Brumlik analysiert die antisemitische Kontinuität von der DDR bis ins heutige Ostdeutschland.

Zur Ausgabe Probeabo

Weitere Artikel zum Thema

Bild: imago images / AAP

Mehr Westen oder mehr Osten wagen?

von Herfried Münkler

Wenn gegenwärtig im außenpolitischen Kontext über die Trump-Regierung gesprochen wird, geht dies in aller Regel mit einer Warnung vor Parallelen zur isolationistischen US-Politik nach 1919 einher. Tatsächlich gehört zu den zentralen Merkposten einer jeden historischen Darstellung des 20.

EU: Waffen als Exportschlager

von Michael Brozska

Seit Jahrzehnten zählt die Bundesrepublik zu den größten Waffenexporteuren weltweit. Laut dem Stockholmer Friedensforschungsinstitut SIPRI rangiert sie derzeit – nach den USA, Russland und Frankreich – weltweit auf dem vierten Platz.

Deutsch-französischer Wettlauf um Afrika

von Frauke Banse

Auf die Frage, was die „globalen Anfechtungen“ aus China, Russland und den USA mit Europa machen würden, antwortete Angela Merkel jüngst in einem Zeitungsinterview: „Sie fordern uns immer wieder ab, gemeinsame Positionen zu suchen. […] Unsere Afrikapolitik folgt inzwischen einer gemeinsamen Strategie, die vor ein paar Jahren noch undenkbar gewesen wäre.