Ausgabe Februar 2011

Demokraten ohne Vertrauen

Die Vereinigten Staaten und die Misere der Linken

In Amerika muss man zwischen Wetter und Klima unterscheiden. Das Wetter ist schlecht dort zur Zeit, aber das Klima ist gut.“ So äußerte sich der britische Diplomat und Historiker Harold Nicolson im Jahre 1947 während eines Gesprächs mit Thomas Mann. Damals begannen die USA gerade, von der Angst vor dem Kommunismus in Bann geschlagen zu werden. In Bezug auf das „Wetter“, sprich: den sich ausbreitenden Antikommunismus der McCarthy-Ära, bemerkte der besorgte Thomas Mann später in einem Brief an eine Freundin: „Die Auslegung, dass es sich um eine gewisse moralische Abspannung des Landes nach den Anstrengungen der Rooseveltschen Genie-Periode handle, ist mir noch die liebste.“[1]

Nur zwei Jahre nach dem Amtsantritt Barack Obamas und dem Ende der verhängnisvollen Präsidentschaft George W. Bushs ist das „Wetter“ in den USA erneut sehr schlecht. Beleg dafür ist der dramatische Tadel, den die Wähler Präsident Obama und seinen Demokraten bei den Zwischenwahlen Anfang November 2010 erteilt haben. Diese waren auch ein Sieg der reaktionären Obstruktionspolitik und der Falschinformationen, geprägt von Nativismus und Antiintellektualismus.

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Aktuelle Ausgabe März 2020

In der März-Ausgabe analysieren der Ökonom James K. Galbraith, der »Blätter«-Mitherausgeber Claus Leggewie und der Historiker Paul M. Renfro, wie die US-Demokraten Donald Trump bei der Präsidentschaftswahl im November schlagen könnten. Die Kulturwissenschaftlerin Aleida Assmann plädiert für die Wiederaneignung des Nationenbegriffs, den sie nicht den Rechten überlassen möchte. Der Umweltaktivist Bill McKibben setzt auf die Kraft der Sonne und des gewaltfreien Protests, um die Klimakrise noch aufzuhalten. Und die Soziologin Christa Wichterich beobachtet eine neue Welle transnationaler feministischer Bewegungen im Kampf für Geschlechtergerechtigkeit.

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