Ausgabe Februar 2011

Deutsche Bank: Betrug mit Systemrelevanz

Am 20. Dezember 2010 teilte die Deutsche Bank in einer Pressemitteilung mit, dass ihre Mitarbeiter auf der ganzen Welt zu Weihnachten bedürftige Menschen mit Geschenken erfreuen würden. In Düsseldorf sollten DeutschBanker im Rahmen eines Social Day Obdachlose mit einem Weihnachtsmenü bedienen. In Tokio würden sie Suppen für Arme austeilen, in der New Yorker Bronx Spenden an Kinderhorte überbringen. Das Düsseldorfer Private-Wealth-Mangement-Team der Bank habe sich vorbereitet, an Kinder „Briefe vom Weihnachtsmann“ zu schreiben, Plätzchen mit ihnen zu backen und ihnen Geschichten vorzulesen.

Welche Geschichten die mildtätigen Banker den Düsseldorfer Kindern vorlesen würden, teilte die Bank nicht mit. Jene Geschichte, die der New Yorker Staatsanwalt Preet Bharara am Tag danach der Weltpresse mitteilte, dürfte nicht darunter gewesen sein: Die Deutsche Bank hat nämlich nach jahrelangen Ermittlungen ihr „kriminelles Fehlverhalten“ eingestanden und sich zu einer Strafzahlung von über 553 Mio. US-Dollar verpflichtet. Nur aufgrund dieses Deals verzichten das US-Justizministerium und die oberste Steuerbehörde Internal Revenue Service (IRS) auf ein Klageverfahren wegen Betrugs; die Bank vermeidet damit eine öffentliche Gerichtsverhandlung und formelle Verurteilung.

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Aktuelle Ausgabe April 2026

In der April-Ausgabe erinnert Hauke Brunkhorst an den großen Sozialphilosophen und langjährigen »Blätter«-Mitherausgeber Jürgen Habermas, der am 14. März 2026 gestorben ist. Im Mittelpunkt seines Lebenswerks stand die Verteidigung der Demokratie. Diese, und mit ihr die Idee eines freien Westens, wird derzeit besonders von einer Figur herausgefordert: Donald Trump. Den unkalkulierbaren Folgen des Irankriegs für die Region wie für die internationale Ordnung widmen sich Dalia Dassa Kaye sowie Nicole Deitelhoff. Robert Kagan wiederum skizziert die absehbaren kriegerischen Folgen einer durch Trump zerstörten amerikanischen Ordnung – und deren hohe Kosten für die USA selbst. Was uns Thukydides heute über den drohenden Zusammenbruch der liberalen Welt lehren kann, fragen Carlotta Voss und Daniel-Pascal Zorn. Und Nick Reimer sowie Olga Bubich erinnern an die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl vor vierzig Jahren und ihre Gegenwart im Schatten des Ukrainekrieges.

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