Ausgabe Februar 2011

Die Macht des Digitalen: Ambivalenzen des Internet

Die zunehmende Digitalisierung von Wissen und dessen Zirkulation in computergestützten Netzwerken globaler Reichweite bringen unsere gängigen Vorstellungen davon, was Wissen überhaupt ist, massiv ins Wanken. Die herkömmlichen Kategorien unseres Wissensverständnisses verlieren dadurch an Wirksamkeit. So wird die Partikularität der vermeintlich „natürlichen“ oder „wissenschaftlichen“ Kategorien deutlich, mit denen formelle Institutionen „ihr“ Wissen organisieren – Wissen, das als solches Sinn und Zweck dieser Institutionen ausmachen soll.

Die neuen Netzwerktechnologien besitzen das Potential, sowohl die etablierten Kategorien formalisierten Wissens als auch die damit verbundenen Praktiken, mit Wissen umzugehen, aufzubrechen. Dadurch können Wissensbestände hierarchisch institutionalisierten Kontrollen einerseits leichter entgehen, aber andererseits diese auch leichter durchdringen. Das zeigt sich beispielsweise daran, dass global tätige Organisationen der Zivilgesellschaft, und zwar keineswegs nur WikiLeaks, sondern auch wesentlich schwächere, Zugang zu Datenbestände erlangt haben, die einst professionellen Wissenseliten vorbehalten blieben – seien dies nun Daten zur Finanzkrise, zu den neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen über die Toxizität gebräuchlicher Chemikalien oder zu einer ganzen Reihe anderer Spezialgebiete.

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Aktuelle Ausgabe Januar 2020

In der Januar-Ausgabe warnt der Journalist Alexander Hurst vor einem drohenden Bürgerkrieg in den USA, sollte Donald Trump eine Abwahl in einem Jahr nicht akzeptieren. Die indische Schriftstellerin Arundhati Roy zeigt, wie die Hindu-Nationalisten die innere Vielfalt Indiens bekämpfen und selbst vor kriegerischen Mitteln nicht halt machen. »Blätter«-Redakteurin Julia Schweers beleuchtet den Generationenkonflikt, der in Afrika zu einer dritten kontinentalen Protestwelle führen könnte. Der Soziologe Mathias Greffrath fordert die Abkehr vom Mantra des ständigen Wachstums, um dem »Zeitalter der Verwüstung« ein Ende zu setzen. Und »Blätter«-Mitherausgeber Micha Brumlik analysiert die antisemitische Kontinuität von der DDR bis ins heutige Ostdeutschland.

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