Ausgabe Juli 2011

Fußball als Männerbund

Die Rolle der Frau in der Fußballkultur

Mit dem Anpfiff des offiziellen Auftaktspiels zwischen Deutschland und Kanada am 26. Juni hat die Fußball-Weltmeisterschaft der Frauen endlich das ihr gebührende mediale Interesse erobert. In der Tat gibt es in dieser Hinsicht nach wie vor großen Nachholbedarf. Denn obwohl in der Bundesrepublik rund eine Million Frauen und Mädchen in Vereinen Fußball spielen und die deutsche Nationalmannschaft von Titel zu Titel stürmt, fokussiert sich das Interesse der Medien nach wie vor einseitig auf den Männerfußball.

Die Ursache dieser Schieflage liegt indes keineswegs nur bei den Medien. Denn das aufgrund der WM im eigenen Lande aufflammende Interesse kann nicht kaschieren, dass der Frauenfußball gerade als Zuschauersport immer noch längst nicht so viel Anziehungskraft entwickelt wie der der Männer. Während zu den Bundesligabegegnungen der Männer zehntausende Zuschauer ins Stadion kommen, locken die Partien der Frauen-Bundesliga regelmäßig nur wenige hundert Besucher in die Stadien. Dem Zuschauerinteresse entsprechend dominieren Männer diesen Sport auch mit Blick auf die Bekanntheit und Gehälter der Spieler.

Mit dieser Fixierung auf den Männerfußball gehen anhaltende Ausschlussmechanismen gegenüber Frauen einher, auch und gerade in weiten Teilen der aktiven Fanszene.

Sie haben etwa 5% des Textes gelesen. Um die verbleibenden 95% zu lesen, haben Sie die folgenden Möglichkeiten:

Artikel kaufen (2.00€)
Digitalausgabe kaufen (9.50€)
Anmelden

Aktuelle Ausgabe Januar 2020

In der Januar-Ausgabe warnt der Journalist Alexander Hurst vor einem drohenden Bürgerkrieg in den USA, sollte Donald Trump eine Abwahl in einem Jahr nicht akzeptieren. Die indische Schriftstellerin Arundhati Roy zeigt, wie die Hindu-Nationalisten die innere Vielfalt Indiens bekämpfen und selbst vor kriegerischen Mitteln nicht halt machen. »Blätter«-Redakteurin Julia Schweers beleuchtet den Generationenkonflikt, der in Afrika zu einer dritten kontinentalen Protestwelle führen könnte. Der Soziologe Mathias Greffrath fordert die Abkehr vom Mantra des ständigen Wachstums, um dem »Zeitalter der Verwüstung« ein Ende zu setzen. Und »Blätter«-Mitherausgeber Micha Brumlik analysiert die antisemitische Kontinuität von der DDR bis ins heutige Ostdeutschland.

Zur Ausgabe Probeabo

Weitere Artikel zum Thema

Kundgebung/Menschenkette um den Kölner Dom Frauen-Initiative Maria 2.0

Bild: imago images / Herbert Bucco

Maria 2.0: Götterdämmerung auf Katholisch

von Britta Baas

Die Initiative Maria 2.0 will in der katholischen Kirche das Unterste zu oberst kehren. Die Aktivistinnen wissen: An der Frauenfrage hängt die Reform der Kirche. Und ihre Lösung bedeutet den Untergang der alten katholischen Welt – und markiert den Aufbruch in eine neue Zeit.

Kollege Weinstein: Sexuelle Übergriffe am Arbeitsplatz

von Godela Linde

Harvey Weinstein, der einst gefeierte, dann aber massiver sexueller Belästigung und Vergewaltigung beschuldigte Hollywood-Produzent, greift auf seine Versicherung zurück: Diese zahlt 44 Mio. US-Dollar, davon 30 Mio. an betroffene Frauen, die Geldgeber seiner Filmfirma und deren Angestellte. Die übrigen 14 Mio. fließen in Weinsteins Anwalts- und Prozesskosten.

§219a: Der ungeliebte Kompromiss

von Julia Lorenz

Fast konnten sie einem leid tun. Bundesjustizministerin Katarina Barley und Familienministerin Franziska Giffey, beide SPD, fiel es sicherlich nicht leicht, die Einigung um den Paragraphen 219a Strafgesetzbuch als erfolgreichen Kompromiss zu verkaufen.