Ausgabe Juni 2011

Pardon wird nicht gegeben

Der Krieg gegen die Sowjetunion und die Verbrechen an Kriegsgefangenen

Am 22. Juni 1941 griff das nationalsozialistische Deutschland die Sowjetunion an. Vom ersten Tag an führte die Wehrmacht den Kampf mit großer Brutalität. Gleichwohl darf bezweifelt werden, dass die Soldaten, die am frühen Morgen des 22. Juni ihre Anordnungen erhielten, begriffen, welch ein Krieg ihnen bevorstehen würde. Sie erwarteten einen raschen Vormarsch, so wie in Polen, Frankreich und auf dem Balkan, nicht einen Vernichtungskrieg, der auch in der Hauptkampflinie mit bislang beispielloser Härte geführt wurde. Und schon gar nicht erwarteten sie, dass im Rahmen dieses Krieges systematisch Personengruppen vernichtet werden würden, die mit dem Kriegsgeschehen im engeren Sinn gar nichts zu tun hatten. Der Referenzrahmen „Krieg“ sah das nämlich bis dahin nicht vor.

Die Umwandlung einer 100 000 Mann starken Reichswehr ab 1933 innerhalb von nur sechs Jahren in eine 2,6 Millionen Männer zählende Wehrmacht, die 1939 den Krieg gegen Polen begann, war nicht nur ein Akt der materiellen Aufrüstung. Sie wurde begleitet von der Ausbildung eines Referenzrahmens, in dem das Militärische in einer zeit- und nationaltypischen Signatur positiv konnotiert war.

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Aktuelle Ausgabe April 2026

In der April-Ausgabe erinnert Hauke Brunkhorst an den großen Sozialphilosophen und langjährigen »Blätter«-Mitherausgeber Jürgen Habermas, der am 14. März 2026 gestorben ist. Im Mittelpunkt seines Lebenswerks stand die Verteidigung der Demokratie. Diese, und mit ihr die Idee eines freien Westens, wird derzeit besonders von einer Figur herausgefordert: Donald Trump. Den unkalkulierbaren Folgen des Irankriegs für die Region wie für die internationale Ordnung widmen sich Dalia Dassa Kaye sowie Nicole Deitelhoff. Robert Kagan wiederum skizziert die absehbaren kriegerischen Folgen einer durch Trump zerstörten amerikanischen Ordnung – und deren hohe Kosten für die USA selbst. Was uns Thukydides heute über den drohenden Zusammenbruch der liberalen Welt lehren kann, fragen Carlotta Voss und Daniel-Pascal Zorn. Und Nick Reimer sowie Olga Bubich erinnern an die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl vor vierzig Jahren und ihre Gegenwart im Schatten des Ukrainekrieges.

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