Ausgabe Mai 2011

Seltene Erden: Legende und Wahrheit

Chinas Aufstieg bewegt die Welt. Seine Macht ist durch sein Monopol in der Seltenerd-Produktion wieder deutlich geworden. Doch die aktuelle Knappheit Seltener Erden ist weniger Ergebnis chinesischer Machtpolitik, sondern westlicher Fehlleistungen.

Seltene Erden, oft auch als Seltenerdmetalle oder Seltenerden bezeichnet, sind der Rohstoff der Zukunft. Die Gruppe von 17 Metallen wird vor allem für die Produktion umweltfreundlicher Technologien und Computerkomponenten benötigt. Aufgrund ihrer Eigenschaften werden sie beispielsweise bei der Herstellung von Handys, Laptops oder Energiesparlampen verwendet. So wird etwa das Metall Neodym für die derzeit leistungsstärksten Neodym-Magneten benötigt. Diese Magneten sind für den Bau von Windenergieanlagen oder Hybrid-Autos unentbehrlich, aber auch für zahlreiche militärische Produkte, etwa in Raketensteuerungssystemen oder in Bauteilen für Kampfflugzeuge.[1]

Der Boom erneuerbarer Energien und innovativer Technologien lässt weltweit den Bedarf an Seltenen Erden steigen. Seit 2000 hat sich die Nachfrage nahezu verdreifacht. Spitzenreiter unter den Verbrauchern ist mit Abstand China, gefolgt von den Abnehmern Japan, Europa und USA.

Während die Nachfrage ungebremst zunimmt, kommt das Angebot kaum hinterher. Mit 97 Prozent der globalen Produktion stammt es fast ausschließlich aus China. Doch nun beschränkt die Volksrepublik den Export zunehmend.

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In der Februar-Ausgabe analysiert Ferdinand Muggenthaler die Folgen des US-Militärschlags in Venezuela für Lateinamerika – und erläutert, an welche Grenzen Trumps imperiale Ambitionen auf dem Subkontinent stoßen könnten. Nach vier Jahren russischer Vollinvasion und einem Jahr Trump ist die Ukraine zu einem zentralen Schauplatz im Ringen um eine imperiale globale Ordnung avanciert, argumentiert Steffen Vogel. Ulrich Menzel beschreibt die Konturen des heranbrechenden neuen imperialistischen Zeitalters, in dem das »Trio infernale« – USA, Russland und China – miteinander um die globale Vorherrschaft ringt. Seyla Benhabib beleuchtet unter Rückgriff auf das Denken Hannah Arendts die dramatischen Herausforderungen der Demokratie im planetarischen Zeitalter. Sonja Peteranderl zeigt auf, wie sich deutsche Behörden aus ihrer Abhängigkeit von Trump-hörigen Tech-Konzernen lösen können. Dass der öffentlich-rechtliche Rundfunk hierzulande nicht nur innenpolitisch unter Druck steht, sondern auch ausländische Regierungen politisch Einfluss auszuüben versuchen, zeigt Wolfgang Kraushaar am Beispiel der Kontroverse um die ARD-Israel-Korrespondentin Sophie von der Tann. Und Georg Diez plädiert angesichts der wachsenden Stimmenanteile der AfD für die Abkehr von Parteidisziplin und den Umbau der Demokratie hin zu einer zielorientierten Zwei-Drittel-Republik.

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