Ausgabe September 2011

Wachstum mit links

USA im Sturzflug

In letzter Minute haben sich Regierung und Opposition in Washington auf einen Staatshaushalt geeinigt. Der „Kompromiss“ folgt allerdings weitgehend den Forderungen der Republikaner: Er sieht massive Belastungen für die unteren und mittleren Schichten sowie Einschnitte ins soziale Netz vor, während die Steuergeschenke für die Reichsten nicht angetastet werden. Damit steht fest: Getrieben von der strammrechten Tea Party droht den USA der Übergang zu einer Brüningschen Politik der Haushaltssanierung inmitten der wirtschaftlichen Talsohle.

Der anhaltende politische Streit um Haushaltsdefizit und Staatsschulden hat, gekoppelt mit dem immensen Außenhandelsdefizit, dazu geführt, dass die Staatsanleihen der Vereinigten Staaten erstmalig von einer der führenden Ratingagenturen abgewertet wurden. Was dieses Signal für Präsident Barack Obama bedeutet, diskutiert „Blätter“-Kolumnist William Pfaff. Der Publizist und Linguistikprofessor Noam Chomsky verortet die Ursachen des „American decline“ in der neoliberalen Offensive der letzten Jahrzehnte (© The New York Times Syndicate). Abschließend plädiert Wirtschaftsnobelpreisträger Joseph Stiglitz (© Project Syndicate) für ein politisches Umsteuern hin zu einem nachhaltigen Wachstum, von dem alle profitieren (Übersetzungen: Karl D. Bredthauer). – D. Red.

Sie haben etwa 14% des Textes gelesen. Um die verbleibenden 86% zu lesen, haben Sie die folgenden Möglichkeiten:

Artikel kaufen (2.00€)
Digitalausgabe kaufen (9.50€)
Anmelden

Aktuelle Ausgabe November 2020

In der November-Ausgabe analysieren die Politikwissenschaftler Steven Levitsky und Daniel Ziblatt, wie eine Politik der Feindschaft zunehmend die US-amerikanische Demokratie zersetzt. Der Journalist George Packer sieht – mit Blick auf die US-Präsidentschaftswahl am 3. November – eine letzte Chance, Amerika neu zu erschaffen. Der Ökonom James K. Galbraith plädiert in Zeiten der Krise für eine Rückbesinnung auf den Rooseveltschen New Deal. „Blätter“-Redakteur Daniel Leisegang warnt vor einem digitalen Kalten Krieg zwischen den USA und China. Und die Politikwissenschaftlerin Melanie Müller beleuchtet den doppelten Kampf Südafrikas gegen Corona und Korruption.

Zur Ausgabe Probeabo

Weitere Artikel zum Thema

Die Schicksalswahl oder: Trumps Kampf gegen das Recht

von Albrecht von Lucke

Es wäre vermessen, von der Wahl am 3. November als der wichtigsten in der US-Geschichte zu sprechen, denn das würde die Rolle großer US-Präsidenten, ohne die die amerikanische, aber auch die Weltgeschichte anders verlaufen wäre, zu Unrecht minimieren. Doch eines steht fest: Der kommende Urnengang ist der wichtigste dieses Jahrzehnts, ja vermutlich sogar dieses noch immer jungen Jahrhunderts.