Ausgabe August 2012

Das Märchen von der Umverteilung

In der Juni-Ausgabe kritisierte Patrick Schreiner die These, dass Bildungspolitik die bessere Sozialpolitik sei, und forderte stattdessen eine grundsätzliche Umverteilung von Arbeit, Einkommen und Vermögen. Warum die diesbezüglichen Vorhaben von SPD, Grünen und Linkspartei lediglich das linke Bauchgefühl bedienen, ansonsten aber kaum mehr als kosmetische Verbesserungen darstellen, diskutiert im Folgenden Max Löffler. 

Die Spitzen der drei linken Parteien haben die Bundestagswahl 2013 zur Richtungsentscheidung in Sachen sozialer Gerechtigkeit ausgerufen. Nach einem Wahlsieg ginge es also direkt in Richtung Sonne und Freiheit: Der Spitzensteuersatz steigt, der Mindestlohn kommt, die Bürgerversicherung ebenso. Es fließt mehr Geld in Bildung und die ALG-II-Regelsätze steigen, zumindest ein bisschen. Die bisher vorgeschlagenen Projekte würden sicherlich dazu beitragen, das Auseinanderdriften von Arm und Reich zu verlangsamen. Aber wie viel bewirken die einzelnen Maßnahmen wirklich? Können sie die Schere auch wieder schließen? Oder braucht es dafür radikalere Antworten?

Um diese Fragen nicht allein aus dem Bauch heraus, sondern mit Hilfe konkreter Ungleichheitsmaße zu beantworten, bietet sich der sogenannte Gini-Koeffizient an.

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Aktuelle Ausgabe Februar 2020

In der Februar-Ausgabe warnen die ehemaligen US-Politiker Ernest J. Moniz und Sam Nunn vor einem erneuten Wettrüsten zwischen Russland und den USA. Hans-Gerd Marian und Michael Müller von den NaturFreunden Deutschlands legen die braunen Linien der deutschen Umweltbewegung offen. Der Vorsitzende der SWP, Volker Perthes, fragt nach den Auswirkungen der jüngsten Spannungen zwischen den USA und Iran – auch und gerade für Europa. Die indische Schriftstellerin Arundhati Roy zeigt, wie die regierenden Hindu-Nationalisten Millionen Menschen zu Staatenlosen machen und so ein neues Kastensystem schaffen könnten. Und der Stadtforscher Paul Chatterton skizziert die Zukunft der klimaneutralen, nachhaltig produzierenden Stadt.

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