Ausgabe April 2013

Schwedens »S«: Mit Vollbeschäftigung ins Volksheim

Vollbeschäftigung: Dieses Wort, von einem schwedischen Politiker bemüht, beschwört die Zukunft wie die Vergangenheit – die Zeit zwischen den 1960er und 90er Jahren, als die Arbeitslosigkeit periodisch unter zwei Prozent lag. Stefan Löfven, der Vorsitzende der oppositionellen schwedischen Sozialdemokraten, hat dieses Versprechen ausgegraben und er wird es wieder tun, auf dem kommenden Parteitag Anfang April und danach im bereits laufenden Wahlkampf für die Parlamentswahlen im Herbst 2014.

Die Arbeit und ihre Verteilung an all die Schweden, die noch keine haben, hat der ehemalige Gewerkschafter zum Wahlkampfthema Nummer eins erklärt. Zwei Reichtagswahlen hintereinander hat die „S”, wie die Sveriges socialdemokratiska arbetarparti kurz genannt wird, schon verloren. Das ist schlimm für eine Partei, die von 1932 bis 1976 durchregieren konnte, und zu der andere sozialdemokratische Parteien in Europa stets bewundernd aufgeschaut haben.

Lange konnten sich die Sozialdemokraten nicht von ihrer Niederlage im Jahr 2006 erholen. Damals scheiterte die Minderheitsregierung unter Ministerpräsident Göran Persson an einer offenbar zu simplen Beschwörung sozialdemokratischer Tugenden, die zudem durch die hohen Arbeitslosenzahlen konterkariert wurde.

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