Ausgabe Juni 2013

Besteuerung mit Augenmaß

Vermögen ist nicht gleich Vermögen

Seit Jahren wächst in der Bundesrepublik die Konzentration von Vermögen in den Händen Weniger und damit die Kluft zwischen privatem Reichtum und der Verarmung der öffentlichen Hand.[1] Laut dem von Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler vorsorglich „geglätteten“ Vierten Armuts- und Reichtumsbericht der Bundesregierung verfügen die wohlhabendsten zehn Prozent der Deutschen über 53 Prozent des hiesigen Vermögens, Tendenz rapide steigend. Die Liechtensteiner Investmentgesellschaft Valluga zählte in ihrem D.A.CH-Vermögensreport von 2010 in Deutschland 829 900 Vermögensmillionäre.

Dieses ziemlich genau eine Prozent der Bevölkerung besitzt fast ein Drittel des gesamten privaten Finanzvermögens in Deutschland, Österreich und der Schweiz: zusammen 2191 Mrd. Euro bei einer prognostizierten Zuwachsrate von gut 7 Prozent pro Jahr.[2] Ja, selbst die Europäische Zentralbank sorgt sich neuerdings über das Auseinanderdriften von Arm und Reich: „Eine wachsende Gruppe der Bevölkerung sieht die Ergebnisse unseres europäischen Sozialmodells nicht mehr als gerecht, sondern als unfair an“, stellte Direktoriumsmitglied Jörg Asmussen fest.[3]

Aus gutem Grund wird daher inner- wie außerparlamentarisch über die Notwendigkeit einer Vermögensteuer diskutiert.

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