Ausgabe Juni 2013

»Du musst Dein Leben ändern«

Die ethische Produktivität des Menschen und ihre Ausbeutung

Bild: Janine Wittig / photocase.com

Warum führt die berechtigte Empörung über die Steuerhinterziehung von Uli Hoeneß zu einer nationalen Debatte, deren Wellen bis in die Fernsehtalkshows reichen und Gewerkschaften, Wirtschaftsverbände wie auch die Politik beunruhigen? Und warum lösen der Missbrauch von Kindern und Jugendlichen – jüngst im Falle Pola Kinskis durch ihren Vater –, aber auch der öffentlich gemachte Burnout einer Professorin oder die Depressionen eines Fußballtorwarts regelmäßig wahre Beben in den Feuilletons aus?

Für jeden dieser Fälle gibt es andere Ursachen und wegen des besonderen Skandalisierungspotentials natürlich auch ein besonderes Medieninteresse. Es gibt jedoch zumindest einen Aspekt, unter dem weniger die Fälle selbst sich ähneln als vielmehr die Art und Weise, wie sie öffentlich diskutiert werden: Die öffentliche Aufmerksamkeit gilt stets den Lebensschicksalen Einzelner, ihrer jeweiligen Vorstellung von sich und ihrem Verhältnis zu sich selbst. Der Fußballmanager erzählt von seiner Sucht nach den Börsenausschlägen, die Professorin von ihrer Selbst-Überforderung mit unrealistischen Leistungsansprüchen, der daraus resultierenden Lebenskrise und ihrer Überwindung.

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In der Juni-Ausgabe analysiert die Journalistin Kate Aronoff, wie sich Corona-Pandemie, Verschuldung und Klimawandel im globalen Süden zu einer dreifachen Krise verschränken. Die Ökonomen Emmanuel Saez und Gabriel Zucman zeigen, wie die einst progressive Steuerpolitik der USA durch eine systematische Bevorzugung der Reichen abgelöst wurde. Der Agrarwissenschaftler Knut Ehlers und der Präsident des Umweltbundesamtes, Dirk Messner, plädieren für eine radikale Transformation der Landwirtschaft hin zu mehr Nachhaltigkeit. Und »Blätter«-Redakteur Steffen Vogel ergründet den Zusammenhang zwischen Verschwörungsglaube und Popkultur.

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