Ausgabe November 2013

Papst Bergoglio: Kirche als Lazarett

Kein Monarch der Welt, sei er nun gewählt oder nicht, hat Vollmachten wie die, über welche in der katholischen Kirche der römische Bischof verfügt (freilich erst seit dem Ersten Vatikanischen Konzil). Präsident Obama mag Kriegsgründe finden und „rote Linien“ ziehen, so viel er will; um jedoch in den Krieg zu ziehen, braucht er die Zustimmung des Kongresses. Ganz zu schweigen davon, er käme auf die Idee, Änderungen an der amerikanischen Verfassung vorzunehmen.

Ein Papst aber könnte – wenn er wollte – die Machtarchitektur der katholischen Kirche völlig umbauen. Es ist nicht einmal ausgeschlossen, dass der aktuelle Amtsinhaber so etwas im Sinne hat. Wir wissen es nur noch nicht. Papst Franziskus’ Beratungen mit der neu eingesetzten „G 8“-Expertengruppe von acht Kardinälen aus allen Kontinenten zu den notwendigen Strukturreformen der katholischen Kirche haben ja gerade erst begonnen. Alle Äußerungen des neuen Papstes gehen in die Richtung einer flacheren Hierarchie der Heilsinstitution – einer stärker „horizontalen Kirche“.

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Aktuelle Ausgabe April 2026

In der April-Ausgabe erinnert Hauke Brunkhorst an den großen Sozialphilosophen und langjährigen »Blätter«-Mitherausgeber Jürgen Habermas, der am 14. März 2026 gestorben ist. Im Mittelpunkt seines Lebenswerks stand die Verteidigung der Demokratie. Diese, und mit ihr die Idee eines freien Westens, wird derzeit besonders von einer Figur herausgefordert: Donald Trump. Den unkalkulierbaren Folgen des Irankriegs für die Region wie für die internationale Ordnung widmen sich Dalia Dassa Kaye sowie Nicole Deitelhoff. Robert Kagan wiederum skizziert die absehbaren kriegerischen Folgen einer durch Trump zerstörten amerikanischen Ordnung – und deren hohe Kosten für die USA selbst. Was uns Thukydides heute über den drohenden Zusammenbruch der liberalen Welt lehren kann, fragen Carlotta Voss und Daniel-Pascal Zorn. Und Nick Reimer sowie Olga Bubich erinnern an die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl vor vierzig Jahren und ihre Gegenwart im Schatten des Ukrainekrieges.

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