Ausgabe Oktober 2013

Riad und Teheran: In der Höhle des Löwen

Mit dem Tango, der schließlich zur Verständigung über die Vernichtung der syrischen Chemiewaffenbestände führte, haben Moskau und Washington ein diplomatisches Schauspiel erster Güte geliefert. Dessen Analyse dürfte eine ganze Generation Politikwissenschaftler beschäftigen – aber auch die politischen Brezelbäcker! Denn wie bei diplomatischen Erfolgen üblich, beansprucht ein jeder der Darsteller für sich, gesiegt und strategische Vorteile für das eigene Land herausgeholt zu haben. Es ist gerade diese Komplexität der Debatte über Ursachen und Wirkungen, die das Interesse der Brezelbäcker auf sich zieht. An deren handwerklicher Raffinesse scheitern indes rationale Köpfe, die Anfang und Ende der Brezel exakt bestimmen möchten.

Es sind drei wichtige Fragen, die im Hinblick auf die russisch-amerikanische Übereinkunft dringend der Prüfung und möglichst nachvollziehbarer Antworten bedürfen. Die erste richtet sich eher an Gelehrte und Geschichtsforscher, da sie sich wohl nie definitiv wird beantworten lassen: Welchen Anteil hat die amerikanische Drohung, gewaltsam gegen Syrien vorzugehen, an dem Zustandekommen der Übereinkunft? Die Frage hat zwei Seiten und die Antworten auf jede der beiden reflektieren gängige ideologische Positionen.

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Aktuelle Ausgabe März 2020

In der März-Ausgabe analysieren der Ökonom James K. Galbraith, der »Blätter«-Mitherausgeber Claus Leggewie und der Historiker Paul M. Renfro, wie die US-Demokraten Donald Trump bei der Präsidentschaftswahl im November schlagen könnten. Die Kulturwissenschaftlerin Aleida Assmann plädiert für die Wiederaneignung des Nationenbegriffs, den sie nicht den Rechten überlassen möchte. Der Umweltaktivist Bill McKibben setzt auf die Kraft der Sonne und des gewaltfreien Protests, um die Klimakrise noch aufzuhalten. Und die Soziologin Christa Wichterich beobachtet eine neue Welle transnationaler feministischer Bewegungen im Kampf für Geschlechtergerechtigkeit.

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