Ausgabe September 2013

Die »Gnade der späten Geburt«?

Politikwissenschaft in Deutschland und die Rolle Theodor Eschenburgs

In der Fachöffentlichkeit wie auch in einer (wenngleich begrenzten) publizistischen Öffentlichkeit wird seit einigen Monaten über die Frage diskutiert, ob die Deutsche Vereinigung für Politische Wissenschaft (DVPW) den von ihr alle drei Jahre verliehenen Wissenschaftspreis für das Lebenswerk einer Politikwissenschaftlerin oder eines Politikwissenschaftlers weiterhin mit dem Namen eines ihrer Gründerväter schmücken soll: Theodor Eschenburg.

Eschenburg (1904-1999) war von 1952 bis zu seiner Emeritierung Professor in Tübingen und weit über die Grenzen seines Fachs hinaus bekannt. Er bildete Generationen von Studentinnen und Studenten aus, schrieb regelmäßig in der „Zeit“, hielt Kontakt mit zahlreichen Persönlichkeiten aus Wissenschaft, Politik und Verwaltung und galt als ein public intellectual, dessen Stimme in der Öffentlichkeit gehört wurde. Seine von vielen so wahrgenommene Rolle ist mit dem Titel des praeceptor Germaniae auf den Begriff gebracht worden.

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Aktuelle Ausgabe Januar 2020

In der Januar-Ausgabe warnt der Journalist Alexander Hurst vor einem drohenden Bürgerkrieg in den USA, sollte Donald Trump eine Abwahl in einem Jahr nicht akzeptieren. Die indische Schriftstellerin Arundhati Roy zeigt, wie die Hindu-Nationalisten die innere Vielfalt Indiens bekämpfen und selbst vor kriegerischen Mitteln nicht halt machen. »Blätter«-Redakteurin Julia Schweers beleuchtet den Generationenkonflikt, der in Afrika zu einer dritten kontinentalen Protestwelle führen könnte. Der Soziologe Mathias Greffrath fordert die Abkehr vom Mantra des ständigen Wachstums, um dem »Zeitalter der Verwüstung« ein Ende zu setzen. Und »Blätter«-Mitherausgeber Micha Brumlik analysiert die antisemitische Kontinuität von der DDR bis ins heutige Ostdeutschland.

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