Ausgabe September 2013

Energiewende: Vom Erfolgsprojekt zum Sündenbock

Genau zwei Jahre nach dem im Sommer 2011 beschlossenen Ausstieg aus der Atomenergie steht die Solarwirtschaft im Interesse der medialen Öffentlichkeit: Viele europäische Solarunternehmen stecken in Insolvenzverfahren; der größte deutsche Solarzellenhersteller „Solarworld“ konnte Anfang August nur knapp gerettet werden – bei herben Verlusten für Aktionäre und Gläubiger. Die hiesige Solarbranche leidet massiv unter der billigen Konkurrenz aus China.

Unterdessen sorgte der sonnenreiche Juli für eine überdrehte Debatte: „Zu viel Sonne – Strompreis steigt stärker als erwartet“, titelte die „Bild“-Zeitung. Schuld an dem Preisanstieg sei die Ökostromumlage (EEG-Umlage), mit der erneuerbare Energien gefördert werden.

Die Behauptung, die Strompreise würden allein wegen der stetig wachsenden Menge günstiger erneuerbarer Energien steigen, ist und bleibt jedoch falsch. Zum einen steigen die Strompreise zurzeit nur für die Privathaushalte, nicht aber für bevorzugte Wirtschaftszweige. Zum anderen beweist die Entwicklung der Strompreise zwischen 2000 und 2012, dass die EEG-Umlage „für nicht einmal ein Drittel der Teuerung verantwortlich ist“.

Sie haben etwa 8% des Textes gelesen. Um die verbleibenden 92% zu lesen, haben Sie die folgenden Möglichkeiten:

Artikel kaufen (1.00€)
Digitalausgabe kaufen (9.50€)
Anmelden

Aktuelle Ausgabe April 2020

In der April-Ausgabe analysiert der Politikwissenschaftler Ulrich Menzel, wie die Corona-Krise die große Erzählung vom Segen der Globalisierung endgültig entzaubert. Der Ökonom Thomas Piketty widmet sich der Ideologie der Ungleichheit und zeigt: Das Aufstiegsversprechen westlicher Gesellschaften ist nicht länger tragfähig. Der Historiker Yoni Appelbaum erkennt im demographischen Wandel in den USA einen zentralen Treiber für den wachsenden Hass in der amerikanischen Gesellschaft. Der Migrationsforscher Mark Terkessidis geht den kolonialen Wurzeln des Rassismus auf den Grund. Und die Juristin und »Blätter«-Mitherausgeberin Rosemarie Will würdigt die Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts zur Suizidassistenz.

Zur Ausgabe Probeabo

Weitere Artikel zum Thema