Ausgabe August 2015

Der Triumph des Neoliberalismus

Eine Utopie grenzenloser Ausbeutung wird Realität

Am 1. August wäre Pierre Bourdieu 85 Jahre alt geworden. Bourdieu, der sich stets dem »Ideal des kollektiven Intellektuellen« verpflichtet fühlte, war bis zu seinem Tod am 23. Januar 2002 geradezu die Verkörperung einer öffentlichen, intervenierenden Soziologie (siehe zu deren Notwendigkeit den Beitrag von Klaus Dörre, Über Ulrich Beck hinaus, Öffentliche Soziologie und die Suche nach der besseren Gesellschaft, in: »Blätter«, 7/2015, S. 89-100). Und wie wohl kein Anderer beschäftigte er sich dabei mit der Ideologie des Neoliberalismus. Im Januar 1998 verfasste er den folgenden Beitrag, der – gerade vor dem Hintergrund der dramatischen Geschehnisse in Griechenland – nichts von seiner Aktualität eingebüßt hat. Wir bedanken uns beim Universitätsverlag Konstanz für die freundliche Nachdruckerlaubnis (aus: Pierre Bourdieu, Gegenfeuer. Wortmeldungen im Dienste des Widerstands gegen die neoliberale Invasion, édition discours, Konstanz 1998). Die Übersetzung aus dem Französischen stammt von Stephan Egger. – D. Red.

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Aktuelle Ausgabe April 2026

In der April-Ausgabe erinnert Hauke Brunkhorst an den großen Sozialphilosophen und langjährigen »Blätter«-Mitherausgeber Jürgen Habermas, der am 14. März 2026 gestorben ist. Im Mittelpunkt seines Lebenswerks stand die Verteidigung der Demokratie. Diese, und mit ihr die Idee eines freien Westens, wird derzeit besonders von einer Figur herausgefordert: Donald Trump. Den unkalkulierbaren Folgen des Irankriegs für die Region wie für die internationale Ordnung widmen sich Dalia Dassa Kaye sowie Nicole Deitelhoff. Robert Kagan wiederum skizziert die absehbaren kriegerischen Folgen einer durch Trump zerstörten amerikanischen Ordnung – und deren hohe Kosten für die USA selbst. Was uns Thukydides heute über den drohenden Zusammenbruch der liberalen Welt lehren kann, fragen Carlotta Voss und Daniel-Pascal Zorn. Und Nick Reimer sowie Olga Bubich erinnern an die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl vor vierzig Jahren und ihre Gegenwart im Schatten des Ukrainekrieges.

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