Ausgabe Februar 2015

Wider den Wachstumswahn: Degrowth als konkrete Utopie

Wieder einmal war die Enttäuschung groß: Trotz zweitägiger Verlängerung verfehlte die letzte große Klimakonferenz in Lima im vergangenen Dezember ihr Ziel, präzise Vorgaben für einen Weltklimavertrag zu verabschieden. Stattdessen definiert der Beschluss nur äußerst vage Kriterien für die Ziele zur Reduzierung des klimaschädlichen CO2-Ausstoßes. Damit aber droht auch die entscheidende Klimakonferenz in Paris am Ende dieses Jahres zum Fiasko zu werden: Derzeit sieht es nicht danach aus, als ob auf dieser eine konsequente Minderung der CO2-Emissionen beschlossen wird.[1]

Es war insbesondere die Forderung der Industrienationen, die Schwellenländer müssten ebenfalls klimapolitische Verantwortung übernehmen, die am Ende nur einen Minimalkonsens der 195 teilnehmenden Länder erlaubte. Vor allem die Schwellenländer wehrten sich mit Händen und Füßen gegen diese Forderung: Sie wollen sich bei ihrem wirtschaftlichen Wachstum nicht von strengen Minderungszusagen beim CO2-Ausstoß ausbremsen lassen.

Der enttäuschende Ausgang der Klimakonferenz machte somit einmal mehr deutlich, was einer Kehrtwende in der Klimapolitik im Wege steht: nämlich der starre Glaube an wirtschaftliches Wachstum. Dass auch die Schwellenländer Anspruch auf gesellschaftlichen Wohlstand haben, ist nicht von der Hand zu weisen.

Sie haben etwa 5% des Textes gelesen. Um die verbleibenden 95% zu lesen, haben Sie die folgenden Möglichkeiten:

Artikel kaufen (2.00€)
Digitalausgabe kaufen (10.00€)
Anmelden

Weitere Artikel zum Thema

Katastrophe ohne Ausweg?

von Sighard Neckel

Wie selten zuvor haben die vergangenen Monate die dramatischen Auswirkungen dessen unter Beweis gestellt, was landläufig als Klimakrise bezeichnet wird. Allerdings handelt es sich dabei um etwas völlig anderes, nämlich um eine systemische, aber auch gesellschaftliche Krise des naturzerstörenden Kapitalismus.

Politik als Gewinnspiel: Wetten auf Krieg und Frieden

von Sonja Peteranderl

Über Monate hinweg beobachteten US-Geheimdienste jede Bewegung des venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro. Am 3. Januar gab US-Präsident Donald Trump schließlich grünes Licht für die »Operation Absolute Resolve«.