Ausgabe März 2015

Aus Bündnispflicht zur Kriegsbeteiligung?

Angesichts des anhaltenden Vormarschs von »Islamischem Staat« und »Boko Haram« sprachen sich in den letzten beiden Ausgaben der »Blätter« Albrecht von Lucke und Tom Goeller auch für den Einsatz militärischer Mittel als Ultima Ratio aus. Dagegen plädieren Werner Koep-Kerstin, Bundesvorsitzender der Humanistischen Union (HU), und Martin Kutscha, Vorstandsmitglied der HU wie der deutschen Sektion der IALANA, für das absolute Primat politischer Lösungen. – D. Red. 

Was spricht eigentlich dagegen, den blutigen Feldzügen von Mörderbanden wie dem „Islamischen Staat“ oder „Boko Haram“ durch gezielte Militäreinsätze von Nato-Staaten entschieden Einhalt zu gebieten? Sollte nicht auch Deutschland durch entsprechende Beteiligung an diesen und anderen „humanitären“ Interventionen mehr internationale Verantwortung übernehmen?

Nach diesem Tenor, der zum Beispiel in Reden des Bundespräsidenten anklingt und inzwischen viele Medien beherrscht, scheint es zu solchen militärischen Missionen auf den Krisenschauplätzen der Welt keine vernünftige Alternative zu geben. Dabei fällt eine unvoreingenommene Bilanz der internationalen Kriegseinsätze des vergangenen Jahrzehnts selbst dann durchweg verheerend aus, wenn auf diese Weise brutale Diktatoren beseitigt werden konnten.

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Aktuelle Ausgabe Januar 2020

In der Januar-Ausgabe warnt der Journalist Alexander Hurst vor einem drohenden Bürgerkrieg in den USA, sollte Donald Trump eine Abwahl in einem Jahr nicht akzeptieren. Die indische Schriftstellerin Arundhati Roy zeigt, wie die Hindu-Nationalisten die innere Vielfalt Indiens bekämpfen und selbst vor kriegerischen Mitteln nicht halt machen. »Blätter«-Redakteurin Julia Schweers beleuchtet den Generationenkonflikt, der in Afrika zu einer dritten kontinentalen Protestwelle führen könnte. Der Soziologe Mathias Greffrath fordert die Abkehr vom Mantra des ständigen Wachstums, um dem »Zeitalter der Verwüstung« ein Ende zu setzen. Und »Blätter«-Mitherausgeber Micha Brumlik analysiert die antisemitische Kontinuität von der DDR bis ins heutige Ostdeutschland.

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