Ausgabe März 2015

Aus Bündnispflicht zur Kriegsbeteiligung?

Angesichts des anhaltenden Vormarschs von »Islamischem Staat« und »Boko Haram« sprachen sich in den letzten beiden Ausgaben der »Blätter« Albrecht von Lucke und Tom Goeller auch für den Einsatz militärischer Mittel als Ultima Ratio aus. Dagegen plädieren Werner Koep-Kerstin, Bundesvorsitzender der Humanistischen Union (HU), und Martin Kutscha, Vorstandsmitglied der HU wie der deutschen Sektion der IALANA, für das absolute Primat politischer Lösungen. – D. Red. 

Was spricht eigentlich dagegen, den blutigen Feldzügen von Mörderbanden wie dem „Islamischen Staat“ oder „Boko Haram“ durch gezielte Militäreinsätze von Nato-Staaten entschieden Einhalt zu gebieten? Sollte nicht auch Deutschland durch entsprechende Beteiligung an diesen und anderen „humanitären“ Interventionen mehr internationale Verantwortung übernehmen?

Nach diesem Tenor, der zum Beispiel in Reden des Bundespräsidenten anklingt und inzwischen viele Medien beherrscht, scheint es zu solchen militärischen Missionen auf den Krisenschauplätzen der Welt keine vernünftige Alternative zu geben. Dabei fällt eine unvoreingenommene Bilanz der internationalen Kriegseinsätze des vergangenen Jahrzehnts selbst dann durchweg verheerend aus, wenn auf diese Weise brutale Diktatoren beseitigt werden konnten.

Sie haben etwa 9% des Textes gelesen. Um die verbleibenden 91% zu lesen, haben Sie die folgenden Möglichkeiten:

Artikel kaufen (1.00€)
Digitalausgabe kaufen (10.00€)
Anmelden

Aktuelle Ausgabe Oktober 2020

In der Oktober-Ausgabe zeigt der Anthropologe Wade Davis, wie die Corona-Pandemie die gesellschaftlichen Widersprüche der USA offenlegt und ihren Niedergang als Weltmacht beschleunigt. Der Historiker Bernd Greiner porträtiert den einstigen US-Chefstrategen Henry Kissinger und dessen skrupellosen Willen zur Macht. Der Schriftsteller Zafer Şenocak fordert, dass die deutsche Außenpolitik endlich Verantwortung für die kolonialen Verbrechen übernimmt. Die Schriftstellerin Dina Nayeri beschreibt, wie ihre Fluchterfahrung ihre Identität bis heute zutiefst prägt. Und »Blätter«-Mitherausgeber Rudolf Hickel plädiert für soziale Gerechtigkeit bei der Begleichung der gewaltigen Corona-Schulden.

Zur Ausgabe Probeabo

Weitere Artikel zum Thema