Ausgabe Mai 2015

Wer Frieden will, braucht Kooperation

Der Friedensbewegung ergeht es wie dem Papst: So wie Franziskus selbst von vielen Nicht-Katholiken Zuspruch erhält, so erfahren pazifistische Forderungen auch den Rückhalt derer, die nicht für sie auf die Straße gehen. 82 Prozent der Deutschen plädieren für weniger Militäreinsätze der Bundeswehr. Die gleiche Anzahl fordert, Waffenlieferungen aus Deutschland drastisch zu verringern.[1] Für ebendiese Forderungen demonstrieren die Friedensbewegten an Ostern oder beten im November in den Kirchen. Sie eint die Überzeugung, dass von Deutschland kein Krieg mehr ausgehen darf, nachdem die Deutschen millionenfachen Tod über die Welt gebracht haben. Als naiv verspottet von den einen, mit Sympathie bedacht und als moralischer Stachel empfunden von den anderen, stellen sich Friedensorganisationen heute, 70 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkriegs und gut 100 Jahre nach Beginn des Ersten, den neuen Herausforderungen. Und an diesen besteht kein Mangel. 

Die Angst vor dem Krieg

Tatsächlich ist die Angst vor einem Krieg so groß wie lange nicht. Die Konflikte in der Ukraine und dem Gaza-Streifen sowie der Aufstieg des „Islamischen Staats“ wühlen die Menschen auf. Die International Crisis Group warnt eindringlich vor einer Zuspitzung der Lage in der Ukraine, in Israel und Palästina sowie in Irak und Syrien.

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Aktuelle Ausgabe Februar 2026

In der Februar-Ausgabe analysiert Ferdinand Muggenthaler die Folgen des US-Militärschlags in Venezuela für Lateinamerika – und erläutert, an welche Grenzen Trumps imperiale Ambitionen auf dem Subkontinent stoßen könnten. Nach vier Jahren russischer Vollinvasion und einem Jahr Trump ist die Ukraine zu einem zentralen Schauplatz im Ringen um eine imperiale globale Ordnung avanciert, argumentiert Steffen Vogel. Ulrich Menzel beschreibt die Konturen des heranbrechenden neuen imperialistischen Zeitalters, in dem das »Trio infernale« – USA, Russland und China – miteinander um die globale Vorherrschaft ringt. Seyla Benhabib beleuchtet unter Rückgriff auf das Denken Hannah Arendts die dramatischen Herausforderungen der Demokratie im planetarischen Zeitalter. Sonja Peteranderl zeigt auf, wie sich deutsche Behörden aus ihrer Abhängigkeit von Trump-hörigen Tech-Konzernen lösen können. Dass der öffentlich-rechtliche Rundfunk hierzulande nicht nur innenpolitisch unter Druck steht, sondern auch ausländische Regierungen politisch Einfluss auszuüben versuchen, zeigt Wolfgang Kraushaar am Beispiel der Kontroverse um die ARD-Israel-Korrespondentin Sophie von der Tann. Und Georg Diez plädiert angesichts der wachsenden Stimmenanteile der AfD für die Abkehr von Parteidisziplin und den Umbau der Demokratie hin zu einer zielorientierten Zwei-Drittel-Republik.

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