Ausgabe Mai 2015

Wer Frieden will, braucht Kooperation

Der Friedensbewegung ergeht es wie dem Papst: So wie Franziskus selbst von vielen Nicht-Katholiken Zuspruch erhält, so erfahren pazifistische Forderungen auch den Rückhalt derer, die nicht für sie auf die Straße gehen. 82 Prozent der Deutschen plädieren für weniger Militäreinsätze der Bundeswehr. Die gleiche Anzahl fordert, Waffenlieferungen aus Deutschland drastisch zu verringern.[1] Für ebendiese Forderungen demonstrieren die Friedensbewegten an Ostern oder beten im November in den Kirchen. Sie eint die Überzeugung, dass von Deutschland kein Krieg mehr ausgehen darf, nachdem die Deutschen millionenfachen Tod über die Welt gebracht haben. Als naiv verspottet von den einen, mit Sympathie bedacht und als moralischer Stachel empfunden von den anderen, stellen sich Friedensorganisationen heute, 70 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkriegs und gut 100 Jahre nach Beginn des Ersten, den neuen Herausforderungen. Und an diesen besteht kein Mangel. 

Die Angst vor dem Krieg

Tatsächlich ist die Angst vor einem Krieg so groß wie lange nicht. Die Konflikte in der Ukraine und dem Gaza-Streifen sowie der Aufstieg des „Islamischen Staats“ wühlen die Menschen auf. Die International Crisis Group warnt eindringlich vor einer Zuspitzung der Lage in der Ukraine, in Israel und Palästina sowie in Irak und Syrien.

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