Ausgabe April 2016

Skandalon Kindersterblichkeit

Jedes Jahr sterben mehr als eine Million Kinder am Tag ihrer Geburt, eine weitere Million stirbt während ihres ersten Lebensjahres. Fast die Hälfte aller Todesfälle von Kindern ereignen sich in der neonatalen Phase (also in den ersten 28 Lebenstagen) – mit steigender Tendenz. Die große Mehrheit dieser Todesfälle kann vermieden werden. Aber wenn wir die aktuellen Trends fortschreiben, wird es bis 2030 immer noch 3,6 Millionen tote Kleinkinder geben.

Unter den 169 Zielen nachhaltiger Entwicklung, die die Vereinten Nationen im vergangenen September verabschiedeten, lag das wichtige Ziel begraben, „vermeidbare Kindersterblichkeit” bis 2030 zu beseitigen. Es ist eine Aufgabe für unsere Generation, für deren Bewältigung mehr notwendig sein wird als UN-Kommuniqués. Die vorherigen „Millenniumziele“ haben wichtige Fortschritte erzielt; die Anzahl an Kindern, die vor Erreichen ihres fünften Geburtstages starben, ist von zehn Millionen im Jahr 2000, als die Millenniumziele verabschiedet wurden, auf 5,9 Millionen 2005 gesunken. Einige der ärmsten Länder der Welt verzeichneten dabei die wichtigsten Erfolge.

Dieser Fortschritt wurde von verschiedenen Faktoren begünstigt, wie einer sinkenden Armutsquote und erheblicher Investition in öffentliche Gesundheitssysteme.

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Aktuelle Ausgabe April 2026

In der April-Ausgabe erinnert Hauke Brunkhorst an den großen Sozialphilosophen und langjährigen »Blätter«-Mitherausgeber Jürgen Habermas, der am 14. März 2026 gestorben ist. Im Mittelpunkt seines Lebenswerks stand die Verteidigung der Demokratie. Diese, und mit ihr die Idee eines freien Westens, wird derzeit besonders von einer Figur herausgefordert: Donald Trump. Den unkalkulierbaren Folgen des Irankriegs für die Region wie für die internationale Ordnung widmen sich Dalia Dassa Kaye sowie Nicole Deitelhoff. Robert Kagan wiederum skizziert die absehbaren kriegerischen Folgen einer durch Trump zerstörten amerikanischen Ordnung – und deren hohe Kosten für die USA selbst. Was uns Thukydides heute über den drohenden Zusammenbruch der liberalen Welt lehren kann, fragen Carlotta Voss und Daniel-Pascal Zorn. Und Nick Reimer sowie Olga Bubich erinnern an die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl vor vierzig Jahren und ihre Gegenwart im Schatten des Ukrainekrieges.

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